09 May 2026, 14:08

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit NS-Befreiungs-Äußerungen und löst Empörung aus

Buch mit dem Titel 'Deutsches Kolonial-Feitung' vom 11/1940 mit einem Bild von Adolf Hitler auf dem Cover, gehalten von einer Person umgeben von anderen mit Mützen.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit NS-Befreiungs-Äußerungen und löst Empörung aus

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hat mit Äußerungen zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus für Aufsehen gesorgt. Seine Aussagen stellen die seit Langem etablierte deutsche Erinnerungskultur infrage und stoßen bei politischen Gegnern wie Historikern auf scharfe Kritik.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Anlässlich des Gedenktages räumte Tillschneider zwar die Befreiung vom NS-Regime ein, relativierte jedoch deren Bedeutung. Er argumentierte, diese sei nur durch die vollständige militärische Niederlage erfolgt und damit ein erzwungenes Ergebnis gewesen – nicht jedoch ein moralischer Wendepunkt.

Der AfD-Politiker ging noch weiter und griff die von ihm so bezeichnete „absurde Schuldkultur“ und „imaginäre Kollektivschuld“ im Nachkriegsdeutschland an. Den Deutschen warf er vor, sich im Nachhinein auf die Seite der Sieger zu stellen, um der eigenen Verantwortung zu entgehen. Unter Berufung auf Franz Josef Strauß forderte Tillschneider eine „normale deutsche Identität“ und lehnte die historische Aufarbeitung als „ewige Buße“ ab.

Seine Kritik richtete sich auch gegen die berühmte Rede Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 1985, die er als „geistige Kapitulation“ abtat. Indem er deren Botschaft der historischen Verantwortung zurückwies, positionierte Tillschneider die AfD außerhalb des in Deutschland etablierten Konsenses zur Schuldvergangenheit. Stattdessen behauptete er, die Vision seiner Partei führe in eine „stolze Zukunft“.

Die Reaktionen folgten prompt: Kritiker warfen Tillschneider vor, aus der Geschichte nicht gelernt zu haben. Viele bezeichneten seine Aussagen als direkten Affront gegen die Opfer des NS-Regimes und als Untergrabung jahrzehntelanger Erinnerungskultur und Versöhnungsarbeit.

Tillschneiders Äußerungen verdeutlichen die wachsende Spaltung in der deutschen Geschichtspolitik. Seine Ablehnung der Kollektivschuld und sein Plädoyer für eine neue nationale Identität entsprechen dem größeren Bestreben der AfD, den öffentlichen Diskurs umzudeuten. Die heftige Gegenreaktion zeigt, wie tief diese Themen in der heutigen deutschen Gesellschaft umstritten bleiben.

Quelle