19 April 2026, 10:04

Aktionärsrevolte bei DocMorris: Soll Ex-Celesio-Chef Oesterle das Ruder übernehmen?

Außensicht der "Generics Apotheke" mit umgebenden stadtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Aktionärsrevolte bei DocMorris: Soll Ex-Celesio-Chef Oesterle das Ruder übernehmen?

Bei der deutschen Versandapotheke DocMorris bahnt sich ein Aufstand der Aktionäre an. Investoren drängen darauf, den aktuellen Vorstandsvorsitzenden Walter Oberhänsli durch Dr. Fritz Oesterle zu ersetzen, einen ehemaligen Branchenführer. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten und wachsendem Wettbewerbsdruck im digitalen Gesundheitssektor kämpft.

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Die Aktionäre schlagen Dr. Fritz Oesterle als neuen CEO vor, doch ihre Forderungen richten sich nicht gegen Walter Hess, den aktuellen Chef des DocMorris-Mutterkonzerns. Dies deutet darauf hin, dass Hess' Position vorerst unangetastet bleiben könnte. Oesterle, der einst den Pharmagroßhändler Celesio führte, hat eine wechselvolle Vergangenheit mit DocMorris – in der Vergangenheit gab es bereits Konflikte mit dem Unternehmen.

Oesterles Plan für DocMorris sieht vor, die Apotheke zu einer führenden europäischen Plattform für "Gesundheit auf Knopfdruck" umzubauen. Die Strategie umfasst E-Rezepte, Telemedizin und KI – und ähnelt damit dem Ansatz der aktuellen Unternehmensführung. Allerdings liegt Oesterles Expertise eher im Großhandel und im klassischen Einzelhandel als in der digitalen Gesundheitsinnovation.

Unterdessen wird der Markt immer enger. Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, testet bereits Video-Arztkonsultationen und bereitet sich darauf vor, verschreibungspflichtige Medikamente online zu verkaufen. Auch die Drogeriekette dm, ein Konkurrent, expandiert in den Versandapotheken-Markt. DocMorris selbst bleibt weiterhin defizitär, belastet durch hohe Marketingkosten und stagnierendes Wachstum.

In einer separaten Entwicklung wird Max Müller, ehemaliger Top-Lobbyist Oesterles, in den Aufsichtsrat von Redcare wechseln, einem Wettbewerber im Gesundheitssektor.

Der Druck, Oberhänsli zu ersetzen, spiegelt die wachsende Erwartungshaltung wider, dass sich DocMorris anpassen muss. Angesichts der Markteintritte von Konkurrenten wie der Schwarz-Gruppe und dm stehen dem Unternehmen schwierige Zeiten bevor. Die Profitabilität bleibt vorerst in weiter Ferne – nun müssen die Aktionäre entscheiden, ob ein Führungswechsel die Wende bringen kann.

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