31 May 2026, 22:04

"Al-Fazia': Das Grauen" – Wie ein Comic die Folter unter Assad sichtbar macht

Von der Kunst des Überlebens

"Al-Fazia': Das Grauen" – Wie ein Comic die Folter unter Assad sichtbar macht

Ein neuer Graphic Novel erzählt die erschütternde Geschichte von Akram Al Saud, einem syrischen Überlebenden der Grausamkeiten des Assad-Regimes.„Al-Fazia’: Das Grauen“, gezeichnet vom deutschen Comic-Künstler Tobi Dahmen, zeichnet Al Sauds Weg von der Verfolgung in Aleppo bis zur Flucht in die Niederlande nach. Das Buch entstand im Rahmen eines kanadischen Forschungsprojekts, das Künstler mit Überlebenden staatlicher Gewalt zusammenbringt.

Akram Al Saud erlebte 26 Jahre lang die Unterdrückung durch das Assad-Regime. Als Student in Aleppo schloss er sich Protesten gegen die Regierung an und geriet schnell ins Visier der Behörden. Der syrische Geheimdienst verhaftete ihn viermal, folterte und demütigte ihn. In seinen dunkelsten Momenten wiederholte er einen Schwur: „Ich werde widerstehen. Und ich werde überleben.“

Seine Erlebnisse spiegeln eine größere Tragödie wider. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte schätzt, dass über 100.000 Menschen in den Haftzentren und Folterkammern des Regimes ums Leben kamen. Al Saud gelang schließlich die Flucht nach Europa, wo er heute als zurückhaltender, aber entschlossener Fürsprecher für Gerechtigkeit lebt.

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Tobi Dahmen, bekannt für sorgfältig recherchierte Comics wie den preisgekrönten „Columbusstraße“, näherte sich Al Sauds Geschichte mit großer Sensibilität. Statt die Gewalt direkt darzustellen, vermittelt Dahmens visueller Stil das Trauma durch Zurückhaltung. Der Graphic Novel verzichtet auf explizite Schockbilder, macht das Leid aber dennoch spürbar.

Das Buch ist zugleich ein persönliches Zeugnis und ein Dokument systematischer Gräueltaten. Al Sauds Bericht, nun in Dahmens Kunst bewahrt, sorgt dafür, dass seine Geschichte ein globales Publikum erreicht. Das Projekt unterstreicht auch die Bedeutung kreativer Zusammenarbeit bei der Dokumentation von Menschenrechtsverbrechen.

Quelle