Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach zehn Monaten endlich wieder frei – doch die Probleme bleiben
Lina KrügerBahnstrecke Hamburg–Berlin nach zehn Monaten endlich wieder frei – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb
Die wichtige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin ist nach einer langen Schließung von zehn Monaten und zwei Wochen wieder befahrbar. Das Projekt war von zahlreichen Rückschlägen geprägt, darunter Verzögerungen und stark steigende Kosten. Pendler hatten während der Sperrung mit erheblichen Beeinträchtigungen zu kämpfen.
Ursprünglich war ein Budget von 2,2 Milliarden Euro veranschlagt worden, doch die endgültigen Kosten stiegen auf 2,7 Milliarden Euro. Ein einkalkulierter Puffer von 300 Millionen Euro für unvorhergesehene Ausgaben wurde aufgrund der Verzögerungen vollständig aufgebraucht. Strenger Frost im Januar und Februar brachte die Bauarbeiten wochenlang zum Erliegen und verschob die geplante Wiedereröffnung von Anfang Mai auf Mitte Juni.
Die verlängerte Sperrung führte dazu, dass der Fern-, Regional- und Güterverkehr auf der Strecke komplett zum Stillstand kam. Regionalreisende waren auf Ersatzbusse angewiesen. Selbst nach der Wiederinbetriebnahme hielten technische Probleme an: Aufzüge fielen aus, und Züge hatten weiterhin Verspätungen.
Kritiker hinterfragen inzwischen das Vorgehen bei Großsanierungen dieser Art. Da das neue europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) nicht installiert werden konnte, steht in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere Vollsperrung bevor.
Die Strecke Hamburg–Berlin ist zwar wieder in Betrieb, doch die Probleme bleiben: Das Projekt überschritt das Budget um 500 Millionen Euro und dauerte länger als geplant. Zudem sind weitere Arbeiten nötig, um das ETCS-System nachzurüsten.
