Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben unklar
Lina KrügerBerlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben unklar
Berlin hat seine Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der vom Senat vorgelegte Vorschlag enthält zwar einen detaillierten Finanzierungsplan, lässt jedoch einige Kosten für öffentliche Dienstleistungen offen. Behördenvertreter versichern, dass die Betriebskosten vollständig durch Einnahmen aus Ticketverkäufen, Sponsoring und Marketing gedeckt werden sollen.
Das Bewerbungskonzept unterteilt die Ausgaben in drei Hauptbereiche: Betrieb, Investitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro geschätzt, die laut Senat vollständig durch private Einnahmen finanziert werden sollen. Die Kosten für Sicherheit, Verwaltung und andere öffentliche Leistungen bleiben jedoch ungenannt, da sie von künftigen Planungen abhängen.
Die geplanten Infrastrukturinvestitionen belaufen sich auf insgesamt 1,59 Milliarden Euro. Davon sollen rund 500 Millionen Euro in den Ausbau der Verkehrsanbindungen fließen, während 227 Millionen Euro für die Modernisierung der Wettkampfstätten vorgesehen sind – darunter auch Aufwertungen des Sommerbads im Olympiapark.
Kritiker äußern bereits Bedenken. Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, warnte, dass Inflation und politische Instabilität die Kosten weit über die aktuellen Schätzungen steigen lassen könnten. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für die Olympischen Spiele 2024 in Paris beliefen sich laut französischem Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro.
Der Senatsvorschlag setzt auf private Mittel zur Deckung der Betriebskosten, doch die Höhe der öffentlichen Ausgaben bleibt unklar. Bei einer erfolgreichen Bewerbung würde Berlin erhebliche Aufwertungen seiner Sport- und Verkehrsinfrastruktur erhalten. Die endgültige finanzielle Belastung hängt jedoch von den künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Sicherheitserfordernissen ab.






