Berlin-Bonn-Regelung kostet Steuerzahler 2023 über 10 Millionen Euro
Clara SchneiderMehr als 10 Millionen Euro für die Berlin-Bonn-Teilung - Berlin-Bonn-Regelung kostet Steuerzahler 2023 über 10 Millionen Euro
Die Ausgaben der deutschen Regierung für die Aufrechterhaltung der doppelten Standorte in Berlin und Bonn stiegen 2023 auf über 10,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 1,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch höhere Betriebskosten. Kritiker fordern erneut, die seit langem bestehende Aufteilung zwischen den beiden Städten zu beenden.
Die Kosten gehen auf den Beschluss Deutschlands nach der Wiedervereinigung 1990 zurück, die Bundesbehörden auf beide Städte zu verteilen. Berlin wurde zur offiziellen Hauptstadt bestimmt, doch sechs der 16 Ministerien behielten ihren Hauptsitz in Bonn. Die übrigen zehn zogen nach Berlin um, unterhalten jedoch weiterhin eine Zweigniederlassung in der ehemaligen Hauptstadt.
Auch die offiziellen Reisekosten stiegen deutlich – um 15,3 Prozent auf mehr als 5,9 Millionen Euro. Der Anstieg ist auf häufigere Dienstreisen sowie höhere Preise für Transport und Unterkunft zurückzuführen. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Bundesbediensteten in Bonn kontinuierlich: Nur noch ein Viertel der Ministeriumsmitarbeiter ist dort tätig.
Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken, kritisierte die anhaltenden Ausgaben. Er argumentierte, die Berlin-Bonn-Regelung sei überholt und solle abgeschafft werden. Frühere Vorschläge, die Behörden in Bonn zu konzentrieren, scheiterten wiederholt, sodass das Zweistädte-Modell seit über zwei Jahrzehnten bestehen bleibt.
Bonn hatte von 1949 bis 1973 als provisorischer Regierungssitz der Bundesrepublik gedient und war bis zur Wiedervereinigung offizielle Hauptstadt. Der Bundestagsbeschluss von 1991 verlegte Parlament und die meisten Ministerien bis 1999 nach Berlin, doch einige Behörden blieben aus regionalpolitischen Gründen in Bonn.
Mittlerweile gibt die Regierung jährlich über 10 Millionen Euro aus, um die Teilung zwischen Berlin und Bonn aufrechtzuerhalten. Angesichts schrumpfender Mitarbeiterzahlen in Bonn und steigender Reisekosten wächst der Druck, das System zu reformieren. Bisher jedoch bleibt die Zweistädte-Lösung unverändert.






