Berliner Philharmoniker vor Milliarden-Sanierung – Tempelhof als Interimsstandort favorisiert
Lina KrügerBerliner Philharmoniker vor Milliarden-Sanierung – Tempelhof als Interimsstandort favorisiert
Die Berliner Philharmoniker stehen ab 2032 vor einer umfassenden Sanierung. Das Projekt umfasst eine technische Komplettmodernisierung, verbesserten Brandschutz sowie optimierte Backstage-Bereiche – während die legendäre Akustik des Großen Saals erhalten bleibt. Die Gesamtkosten für Sanierung und Zwischenumzug werden auf 1,15 Milliarden Euro geschätzt.
Die Planungen beginnen unmittelbar nach dem 150-jährigen Jubiläum des Orchesters im Jahr 2032. Während der Bauarbeiten muss die Philharmonie in ein Interimsspielhaus mit Platz für rund 2.300 Zuschauer umziehen, das höchsten akustischen Ansprüchen genügt.
Zwei Standorte stehen zur Diskussion: das Internationale Congress Centrum (ICC) und der historische Flughafen Tempelhof. Eine Machbarkeitsstudie favorisiert Tempelhof, wo in den Hangars zwei neue Konzerthallen entstehen sollen – zu geschätzten Kosten von ebenfalls 1,15 Milliarden Euro.
Intendantin Andrea Zietzschmann äußert jedoch Bedenken gegenüber dem ICC. Sie hält den aktuellen Zustand und den hohen Sanierungsbedarf für problematisch. Unklar ist, ob sie zum Baubeginn noch im Amt sein wird.
Die finale Entscheidung über Sanierung und Umzug liegt voraussichtlich bei der neuen Regierung und den Berliner Politikverantwortlichen. Die Modernisierung soll die Philharmonie technisch auf den neuesten Stand bringen, ohne ihr akustisches Erbe zu gefährden. Der Interimsstandort muss strenge technische und akustische Vorgaben erfüllen. Das Projekt hängt in den kommenden Jahren von politischen Weichenstellungen und der Finanzierung ab.
