Brantner wirbt nach FDP-Debakel um enttäuschte Liberale in Baden-Württemberg
Lina KrügerBrantner wirbt nach FDP-Debakel um enttäuschte Liberale in Baden-Württemberg
Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, hat sich nach den jüngsten Landtagswahlen an ehemalige FDP-Wähler gewandt. Sie betonte, dass der Liberalismus nach den Ergebnissen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an Kraft verloren zu haben scheine. Ihr Appell erinnert an eine ähnliche Initiative des früheren Grünen-Chefs Cem Özdemir vor einigen Jahren.
Die Landtagswahlen im März 2026 veränderten die Machtverhältnisse im baden-württembergischen Landtag grundlegend. Die Grünen verloren zwei Sitze und kommen nun auf 56, während die CDU 14 Mandate hinzugewann und ebenfalls auf 56 Sitze kam. Die AfD stieg auf 35 Sitze, die SPD fiel auf 10. FDP und Linke scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde und sind nicht mehr im Parlament vertreten – es bleiben nur noch vier Fraktionen.
In Rheinland-Pfalz blieb die SPD mit 39 Sitzen stärkste Kraft, gefolgt von CDU (31), Grünen (24) und AfD (4). Die FDP hielt ihre sechs Sitze, konnte aber keine Zuwächse verzeichnen. Durch Nachwahlen oder Parteiwechsel änderte sich die Sitzverteilung zwischen 2021 und 2026 nicht.
Brantner argumentierte, die liberale Demokratie brauche nun starke Fürsprecher. Den Niedergang der FDP wertete sie als Zeichen für die größeren Herausforderungen, vor denen liberale Werte stehen. Ihre Ansprache an ehemalige FDP-Anhänger ähnelt Özdemirs früherem Werben um dieselbe Wählerschaft.
Obwohl die Grünen in Baden-Württemberg Sitze verloren haben, bleiben sie neben der CDU eine zentrale politische Kraft. Da die FDP in beiden Landesparlamenten nicht mehr vertreten ist, richtet sich Brantners Appell an Wähler, die ihre traditionelle politische Heimat verloren haben. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie sich diese Verschiebungen auf Koalitionsverhandlungen und politische Debatten auswirken.






