Bundestag debattiert umstrittene Kürzungen bei Unterhaltsvorschüssen für Alleinerziehende
Hannah WeberBundestag debattiert umstrittene Kürzungen bei Unterhaltsvorschüssen für Alleinerziehende
Ein Vorschlag, die Vorauszahlungen für Unterhaltsvorschüsse für Alleinerziehende zu kürzen, hat im Bundestag breite Kritik ausgelöst. Kommunale Spitzenverbände argumentieren zwar, die Kosten hätten sich seit der Reform 2017 vervierfacht, doch Politiker mehrerer Parteien verurteilen die Pläne als ungerecht und schädlich.
Die Reform von 2017 hatte die Unterstützung ausgeweitet, indem sie das Höchstalter für anspruchsberechtigte Kinder von 12 auf 18 Jahre anhob und die bisherige sechjährige Bezugsdauer aufhob. Seither berichten lokale Behörden von einer Vervierfachung der finanziellen Belastung.
Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, verteidigte die Zahlungen als unverzichtbare Hilfe für Alleinerziehende. Gleichzeitig schlug sie vor, stärker gegen säumige Eltern vorzugehen, die zwar Unterhalt zahlen könnten, dies aber nicht täten. Heidi Reichinnek von der Linken nannte die geplanten Kürzungen dagegen "eine absolute Schande" und warnte vor langfristigen sozialen Folgen.
Widerstand gegen den Vorschlag kommt aus verschiedenen Lagern. Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, betonte, dass Kürzungen Hunderttausende Kinder und ihre alleinerziehenden Eltern treffen würden. Auch Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, lehnte Einschnitte bei Unterhaltsvorschüssen für betreuende Eltern und ihre Kinder ab. Stattdessen schlug er vor, bei der Ukraine-Hilfe und Maßnahmen gegen illegale Migration zu sparen.
Der Plan stößt auf massive Ablehnung über Parteigrenzen hinweg. Sollte er umgesetzt werden, würde die finanzielle Unterstützung für Alleinerziehenden-Haushalte sinken. Kritiker warnen, dass die Maßnahme vor allem ohnehin schon benachteiligte Kinder und Eltern treffen würde, die kaum über die Runden kommen.






