CDU-Politiker Connemann nennt EU-Gehaltstransparenz "bürokratischen Albtraum"
Hannah WeberCDU-Politiker Connemann nennt EU-Gehaltstransparenz "bürokratischen Albtraum"
CDU-Politiker Gerd Connemann hat die EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz als unnötig und bürokratisch kritisiert. Er bezeichnete die Maßnahme als „Musterbeispiel europäischer Überregulierung“, die Unternehmen mit Papierkram überfluten werde. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund breiter Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Betriebe jeder Größe.
Connemann warnte, die Richtlinie werde – so wie sie derzeit formuliert ist – eine „Flutwelle an Bürokratie“ auslösen. Demnach müssten Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Doch selbst kleinere Betriebe, etwa eine Bäckerei mit acht Mitarbeitern, stünden vor Zusatzaufwand: Sie müssten nicht nur Löhne, sondern auch Leistungen wie Dienstfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni vergleichen.
Er argumentierte, Deutschland verfüge bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit garantierten – die Richtlinie sei daher überflüssig. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehe der administrative Aufwand über bloße Berichterstattung hinaus: Sie müssten auf individuelle Gehaltsanfragen reagieren und die Vergleichbarkeit von Vergütungen sicherstellen.
Connemann verwies zudem auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit und forderte die Politik auf, sich stattdessen auf Wachstum und Wertschöpfung zu konzentrieren. Die Richtlinie bringe keinen echten Mehrwert, sondern vertiefe nur die Überregulierung, die Europas Wirtschaft ersticke.
Die Vorgaben der Richtlinie beträfen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe und erhöhten den Verwaltungsaufwand für alle. Connemanns Kritik unterstreicht die Sorgen vor zusätzlichen Kosten und Komplexität – besonders für kleinere Betriebe. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen EU-Regulierung und nationalen Wirtschaftspraktiken wider.






