DAK-Chef Storm fordert Stopp der umstrittenen Pflegereform der Bundesregierung
Emma MayerDAK-Chef Storm fordert Stopp der umstrittenen Pflegereform der Bundesregierung
Der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit hat die Bundesregierung aufgefordert, die geplante Pflegereform zu verschieben. Andreas Storm warnt, der aktuelle Entwurf könnte viele Pflegebedürftige in die Abhängigkeit von Sozialhilfe drängen. Er fordert, den Vorschlag zurückzuziehen und grundlegend zu überarbeiten, bevor er weiter beraten wird.
Storm übt vor allem an drei zentralen Punkten Kritik. Er befürchtet, dass durch die Reform die Hälfte der stationär gepflegten Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sein könnte. Zudem verweist er auf finanzielle Risiken, darunter ein jährlicher Verlust von 1,8 Milliarden Euro für die Rentenversicherung, falls die Beiträge von Angehörigen, die Pflege übernehmen, gekürzt werden.
Darüber hinaus argumentiert Storm, dass geringere Zuschüsse für die stationäre Pflege die Kosten auf die Kommunen abwälzen würden. Der Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken sieht Ausgabenobergrenzen und neue Einnahmequellen vor, um Beitragserhöhungen zu vermeiden. Storm besteht jedoch darauf, dass die Reform erhebliche Änderungen benötigt.
Eigentlich sollte der Entwurf am kommenden Montag im Kabinett beraten werden. Doch Storm hält den Zeitplan für unrealistisch. Stattdessen schlägt er vor, den Plan im Laufe des Sommers – parallel zur Rentenreform – neu zu erarbeiten.
Die Reform stößt wegen ihrer finanziellen und sozialen Folgen auf wachsende Ablehnung. Storms Forderung nach Verzögerung und Überarbeitung erhöht den Druck auf die Regierung, ihre Pläne zu überdenken. Es deutet sich an, dass die Kabinettsberatungen verschoben werden, während die Diskussionen weitergehen.
