27 March 2026, 10:05

Deutsche Bahn setzt Körperkameras ein – doch reicht das gegen Gewalt?

Altes Buch mit dem Titel "Reglamento de Conductor" und einer Zugillustration auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Deutsche Bahn setzt Körperkameras ein – doch reicht das gegen Gewalt?

Deutsche Bahn führt Körperkameras für Servicekräfte ein und verzichtet auf Ausweiskontrollen durch Schaffner

Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltend hoher Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Seit Februar 2024 wurden über 6.000 Vorfälle gemeldet. Gleichzeitig lehnte die Verkehrsministerkonferenz Forderungen nach bundesweit einheitlichen, strengeren Personalschlüsseln ab.

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2024 hatte landesweit Bestürzung über die Sicherheit der Beschäftigten ausgelöst. Seither wurden allein 2024 mehr als 3.324 Übergriffe registriert, 2025 kamen über 3.000 weitere Fälle hinzu. Als Reaktion stattete die Deutsche Bahn Mitarbeiter im Kundenservice mit Körperkameras aus und strich die Pflicht für Schaffner, die Personalien von Fahrgästen zu überprüfen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert verpflichtende Zweier-Teams in Zügen, da Einzelkräfte einem höheren Risiko ausgesetzt seien. Gewerkschaftschef Martin Burkert kritisierte scharf, dass die Minister die Einführung dieser Regel verweigerten, und warnte vor einer weiteren Zuspitzung der Gewalt ohne besseren Schutz. Andere Gewerkschaften unterstützten diese Forderungen und mahnten zu schnellem Handeln.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die neuen Sicherheitsvorkehrungen bis Ende April zu prüfen. Zudem stehe er im Austausch mit Behörden, um die Videoüberwachung an Bahnhöfen auszubauen. Gleichzeitig betonte er, dass der Bund keine zusätzlichen Mittel über den bewilligten Haushalt hinaus bereitstellen werde.

Die Verkehrsministerkonferenz begrüßte zwar die Schritte der Deutschen Bahn, verwies jedoch auf die entstehenden Mehrkosten. Trotz der wachsenden Bedrohungslage lehnte das Gremium verbindliche Vorgaben zu Mindestpersonalstärken oder die generelle Einführung von Zweier-Teams für Zugbegleiter ab.

Die Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn sind nun umgesetzt, doch die Debatte um Personalschlüssel geht weiter. Die bundesweite Überprüfung soll bis Ende April abgeschlossen sein, während die Gewerkschaften weiter auf schärfere Schutzregeln drängen. Die hohe Zahl der Angriffe bleibt für Bahnmitarbeiter in ganz Deutschland ein drängendes Problem.

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