Deutsche Industrie im Wandel: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben sein könnte
Lina KrügerDeutsche Industrie im Wandel: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben sein könnte
Deutsche Industrie vor großen Umbrüchen – doch die Angst vor Deindustrialisierung könnte übertrieben sein
Neue Studien des ifo Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann Stiftung deuten darauf hin, dass sich der Industriesektor anpasst, statt zu schrumpfen. Zwar bleiben Herausforderungen – insbesondere in der Automobilbranche –, doch viele Bereiche verzeichnen weiterhin Wachstum.
In der deutschen Industrielandschaft vollzieht sich ein tiefgreifender Strukturwandel. Mehr als drei Viertel der Produktionsleistung des Verarbeitenden Gewerbes entfallen mittlerweile auf Branchen mit stetig steigender Nachfrage. Selbst in schwächelnden Sektoren wie der Metallverarbeitung oder der Chemie dominieren wachstumsstarke Segmente.
Die Automobilindustrie jedoch hinkt weiterhin hinterher. Die deutschen Pkw-Exporte nach China haben sich seit 2020 halbiert und sind nach einem Höchststand 2021 stark eingebrochen. Bis 2025 dürften die Ausfuhren auf etwa die Hälfte des bisherigen Niveaus sinken. Gründe für den Rückgang sind der wachsende Wettbewerb durch chinesische Marken wie BYD, eine nachlassende Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung sowie zunehmende Handelskonflikte, darunter die EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge.
Experten argumentieren, dass der Wandel hin zu wachstumsorientierten Produkten in der Automobilbranche noch nicht gelungen ist. Oliver Falck vom ifo Institut zeigt sich zwar optimistisch mit Blick auf die allgemeine Industrieentwicklung, räumt aber die Probleme des Sektors ein. Die Forscher schlagen ein neues Modell vor: innovative Produkte in Deutschland entwickeln, während die Produktion mit unterstützender Politik ins Ausland verlagert wird.
Statt veraltete Strukturen zu schützen, fordern sie die Politik auf, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dieser Ansatz könnte den Branchen helfen, sich dem globalen Wettbewerb und der veränderten Nachfrage anzupassen.
Die Studien zeigen, dass sich die meisten Industrieunternehmen bereits auf wachstumsstarke Produkte konzentrieren. Doch der Niedergang der Automobilbranche unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Strategien. Ohne politische Kurskorrekturen und Innovationen drohen Schlüsselindustrien im globalen Wettbewerb weiter zurückzufallen.






