Deutschland will Alkohol für Jugendliche unter 18 komplett verbieten
Deutschland plant eine Verschärfung der Alkoholgesetze für Jugendliche unter 18 Jahren. Ein Gesetzentwurf sieht vor, eine bestehende Ausnahme zu streichen, die es 14- und 15-Jährigen derzeit erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Die geplante Änderung folgt auf jahrelange wachsende Bedenken hinsichtlich des Alkoholkonsums von Jugendlichen und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken.
Bundesfamilienministerin Karin Prien treibt die Abschaffung voran, was Kritiker als "kontrolliertes Trinken" bezeichnen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund von Studien, die auf steigende Suchtraten, psychische Erkrankungen und Unfälle hinweisen, die mit frühem Alkoholkonsum in Verbindung stehen.
Die Debatte über den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat in den letzten Jahren an Schärfe gewonnen. Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie nationale Kampagnen wie die Weißanalco-Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnen vor Hirnschäden, Suchtverhalten und gewalttätigem Verhalten. Eine KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2022 ergab, dass 20 Prozent der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol trinken. Ein weiterer Bericht der DAK-Gesundheit von 2023 brachte exzessives Trinken mit einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit junger Menschen in Verbindung.
Die geplante Novelle des Jugendschutzgesetzes würde die aktuelle Regelung abschaffen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, mit Erlaubnis der Eltern Bier, Wein oder Sekt zu kaufen und zu trinken. Das Ministerium argumentiert, dass strengere Kontrollen notwendig seien, um Sucht, Unfälle und Vernachlässigung zu verhindern. Beamte verweisen zudem auf Erkenntnisse, dass früher Alkoholkonsum langfristige Risiken erhöht.
Der Gesetzentwurf ist Teil eines umfassenderen Reformpakets zum Kinder- und Jugendwohl. Er wird derzeit mit Interessensvertretern beraten und soll noch vor Jahresende im Bundestag zur Abstimmung stehen.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde dies einen deutlichen Wandel in Deutschlands Umgang mit dem Alkoholkonsum von Jugendlichen bedeuten. Eltern dürften dann rechtlich nicht mehr den Alkoholkonsum von unter 16-Jährigen beaufsichtigen. Die Regierung will durch die Schließung dieser als gefährlich eingestuften Regelungslücke gesundheitliche Schäden und Suchtraten verringern.






