Deutschlands Industrie bricht ein: 300.000 Jobs verloren – und es wird schlimmer
Hannah WeberDeutschlands Industrie bricht ein: 300.000 Jobs verloren – und es wird schlimmer
Deutschlands Industrie steht vor einem drastischen Einbruch – seit 2019 gibt es kein Wirtschaftswachstum mehr. In den vergangenen fünf Jahren gingen 300.000 Industriearbeitsplätze verloren, und die Lage verschärft sich weiter. Experten warnen nun, dass der aktuelle Abschwung die Folgen der Finanzkrise 2008 und der pandemiebedingten Rezession noch übertreffen könnte.
Im April brachen die Industrieaufträge im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent ein – ein weitaus stärkerer Rückgang als die von Ökonomen prognostizierten zwei Prozent. Die Auslandsaufträge gingen um 4,2 Prozent zurück, wobei die Nachfrage aus den Euro-Ländern sogar um 11,1 Prozent einbrach. Auch im Inland schrumpfte die Auftragslage: Hier sank die Nachfrage um 2,9 Prozent.
Besonders betroffen ist die Automobilbranche, wo die Neugeschäfte um 5,3 Prozent zurückgingen. Noch stärker traf es die Maschinenbauer mit einem Minus von 7,4 Prozent. Diese einstigen Zugpferde der deutschen Wirtschaft kämpfen mit schwindender Nachfrage. Monatlich verschwinden weitere 10.000 Industriearbeitsplätze, was die Arbeitslosenzahlen zusätzlich in die Höhe treibt.
Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, beschrieb die Stimmung in den Mitgliedsunternehmen als „katastrophal“. Der anhaltende Abschwung lässt die Betriebe mit schrumpfenden Aufträgen und einer ungewissen Zukunft zurück.
Der anhaltende Wirtschaftseinbruch hat bereits fünf Jahre Wachstum zunichtegemacht und Hunderttausende Arbeitsplätze vernichtet. Da Schlüsselbranchen schrumpfen und die Nachfrage wichtiger Handelspartner nachlässt, steht Deutschlands Industrie vor einer längeren Phase der Instabilität. Das Ausmaß der Krise deutet darauf hin, dass die Erholung deutlich länger dauern wird als in früheren Abschwungphasen.






