Die Linke will Diäten-Obergrenze für Abgeordnete durchsetzen
Die Linke in Deutschland setzt sich für eine Obergrenze bei den Diäten von Abgeordneten ein, um sich stärker an den Werten der Arbeiterschicht zu orientieren. Mit dem Vorschlag will die Partei moralische Integrität stärken und die Einkommen auf ein Niveau begrenzen, das näher an dem gewöhnlicher Wähler liegt.
Die Vorgängerpartei, die PDS, war bereits von Anfang an in Landesparlamenten und im Bundestag vertreten. Anders als im aktuellen Vorstoß sahen ihre Mitglieder damals kein Problem darin, mehr zu verdienen als durchschnittliche Arbeitnehmer. Ein Gegenbeispiel liefert Enrico Berlinguer, der Vorsitzende der Italienischen Kommunistischen Partei in den 1970er-Jahren, der für seine Abgeordneten strikte Gehaltsgrenzen durchsetzte.
Die Gründungsvorsitzenden Lothar Bisky und Klaus Ernst stockten ihre Parlamentsbezüge mit zusätzlichen Parteimitteln auf. In jüngerer Zeit verzichteten Ines Schwerdtner und Jan van Aken freiwillig auf einen Teil ihres Gehalts – gestützt auf eine interne Parteivereinbarung. Nach ihrem Einzug in den Bundestag hielten sie an dieser selbst auferlegten Begrenzung fest und fordern nun, sie auf alle Abgeordneten der Linken auszuweiten.
Kritiker warnen, die Deckelung könnte gut verdienende Kandidaten davon abhalten, für ein Mandat zu kandidieren. Die ehemalige Parteivorsitzende Janine Wissler bezieht zwar brutto 11.833,47 Euro monatlich, nimmt nach Abzügen aber weniger mit nach Hause. Der erfahrene Politiker Gregor Gysi hingegen argumentiert, die Maßnahme werde mehr Idealisten in den Bundestag locken.
Die Führung der Linken wirbt weiterhin für die Gehaltsgrenze. Wird sie eingeführt, würde sie eine klare finanzielle Obergrenze für ihre Vertreter setzen. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich Fairness, Repräsentation und das politische Selbstverständnis der Partei bewertet werden.






