17 March 2026, 00:39

Dresden gedenkt der Opfer der Bombennächte vor 79 Jahren mit Mahnungen für Frieden

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung einer Stadtansicht, die die Belagerung Dresdens im Jahr 1803 zeigt, mit Text, der die Ereignisse der Belagerung beschreibt.

Stille Erinnerung an die Zerstörung Dresdens 1945 - Dresden gedenkt der Opfer der Bombennächte vor 79 Jahren mit Mahnungen für Frieden

Dresden hat an den 79. Jahrestag der alliierten Bombenangriffe erinnert, die die Stadt im Februar 1945 verwüsteten. Vertreter der Stadt, Überlebende und Anwohner versammelten sich zu einer feierlichen Gedenkveranstaltung auf dem Nordfriedhof, um der geschätzten 25.000 Opfer der Angriffe zu gedenken. Die Gedenkfeiern umfassten Kranzniederlegungen, Schweigeminuten und Appelle für den Frieden.

Die Bombenangriffe zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 legten Dresden in Schutt und Asche. Britische und amerikanische Bomber zerstörten 80.000 Wohnungen sowie große Teile der historischen Innenstadt. Jahrzehnte später bleibt das Ausmaß der Zerstörung ein prägendes Ereignis in der Geschichte der Stadt.

Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen begannen mit einer Schweigeminute, gefolgt von Reden des sächsischen Innenministers Armin Schuster (CDU), der Landtagsvizpräsidenten Albrecht Pallas (SPD) und Jörg Scheibe (BSW) sowie des Dresdner Sportbürgermeisters Jan Donhauser (CDU). Die Sächsische Staatskapelle Dresden und die Dresdner Philharmonie geben zudem Sonderkonzerte zu Ehren der Opfer.

Später am Tag werden um 22:00 Uhr in ganz Dresden die Kirchenglocken läuten – genau zu dem Zeitpunkt, an dem die erste Angriffswelle begann. Die Frauenkirche lädt die Öffentlichkeit zu Versöhnungsgebeten und einem Abend mit Lesungen ein. Mit Einbruch der Dunkelheit werden Anwohner eine Menschenkette durch die Stadt bilden – eine langjährige Tradition, die Einheit und Erinnerung an alle Kriegsopfer symbolisiert.

Unterdessen haben rechtsextreme Gruppen für Samstag einen Marsch angekündigt, wobei mit Gegenprotesten zu rechnen ist.

Die Veranstaltungen in Dresden dienen sowohl als Ehrung der Verstorbenen als auch als Mahnung für den Frieden. Die Menschenkette, die Konzerte und Gebete unterstreichen das Engagement der Stadt für Versöhnung. Dennoch bleiben Spannungen bestehen, da konkurrierende Kundgebungen die anhaltenden Konflikte darüber zeigen, wie die Vergangenheit erinnert werden soll.

AKTUALISIERUNG

Neue Opferberichte fügen persönliche Geschichten zu den 25.000 Opfern von 1945 hinzu

Historische Aufzeichnungen benennen nun 20.100 der geschätzten 25.000 Opfer der Bombenangriffe auf Dresden im Jahr 1945. Darunter sind:

  • Theodor Hermann Kühn, ein 14-jähriger Schüler, der starb, als seine Schule am 13. Februar zerstört wurde.
  • Katharina Ursula Langhorst, eine 22-jährige antifaschistische Aktivistin, die in einem Keller mit ihrer Familie ums Leben kam.
  • Hildegarda Voglová, eine jüdische Radiologin, die in einem Zwangsarbeitslager während der Angriffe starb.