30 March 2026, 20:06

Ehegattensplitting begünstigt Einverdiener – 25 Milliarden Euro Steuerersparnis ungleich verteilt

Offenes Buch mit handgeschriebenem genealogischen Familienbaum-Diagramm einer deutschen Familie, gefüllt mit detaillierten Ahneninformationen.

Ehegattensplitting begünstigt Einverdiener – 25 Milliarden Euro Steuerersparnis ungleich verteilt

Deutschlands Ehegattensplitting spart Steuerzahlern jährlich rund 25 Milliarden Euro – doch die Vorteile verteilen sich ungleich

Das deutsche Ehegattensplitting bringt Steuerzahlern mittlerweile jährliche Entlastungen von etwa 25 Milliarden Euro. In den vergangenen zehn Jahren haben sich diese Steuervorteile jedoch zunehmend zugunsten von Einverdiener-Haushalten und kinderlosen Paaren verschoben. Aktuelle Daten des Bundesfinanzministeriums und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen, wie ungleich die Vergünstigungen auf verschiedene Familientypen verteilt sind.

Die steuerlichen Vorteile des Ehegattensplittings haben sich im Laufe der Zeit immer stärker konzentriert: Zwischen 2016 und 2025 stieg der Anteil der Entlastungen, der an verheiratete Einverdiener-Haushalte fließt, von 64 auf 72 Prozent des Gesamtvolumens. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil kinderloser Paare von 58 auf 65 Prozent. Doppelverdiener-Familien und Haushalte mit Kindern profitieren dagegen vergleichsweise weniger.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Fast zwei Drittel der jährlichen Steuersparsumme von 25 Milliarden Euro kommen Eltern mit "steuerrelevanten Kindern" zugute – also Minderjährigen oder solchen, die sich noch in Ausbildung befinden. Weitere 9 Prozent (rund 2,2 Milliarden Euro) entfallen auf kinderlose verheiratete Paare. Der Rest der Ersparnisse fließt an Eltern, deren Kinder bereits erwachsen sind und keine Ausbildung mehr absolvieren.

Aktuell erhalten 37 Prozent der finanziellen Vorteile aus dem System Einverdiener-Haushalte, während 63 Prozent an Paare gehen, in denen beide Partner berufstätig sind. Eine mögliche Reform des Ehegattensplittings würde vor allem Einverdiener-Familien treffen, da diese am stärksten von der aktuellen Regelung abhängen.

Die jüngsten Zahlen bestätigen, dass das deutsche Ehegattensplitting zunehmend bestimmte Gruppen begünstigt: Einverdiener und kinderlose Paare erhalten einen immer größeren Anteil der jährlichen Steuersparsumme von 25 Milliarden Euro, während Doppelverdiener-Familien und Eltern mit unterhaltsberechtigten Kindern weniger profitieren. Künftige Anpassungen des Systems müssten diese verschobenen Verteilungsmuster berücksichtigen.

Quelle