17 April 2026, 14:11

Einzelhandel will Lücken im Gesundheitssystem mit neuen Dienstleistungen schließen

Eine Schwarz-Weiß-Illustration eines französischen Arztes in einer Kutsche, umgeben von Menschen, mit Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund und Text unten.

Einzelhandel will Lücken im Gesundheitssystem mit neuen Dienstleistungen schließen

Eine neue Umfrage von Deloitte zeigt: Viele Deutsche sind unzufrieden mit ihrem Gesundheitssystem. Lange Wartezeiten auf Termine und eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung zählen zu den Hauptkritikpunkten. Nun prüfen Einzelhändler, wie sie diese Lücke schließen können – indem sie Gesundheitsleistungen direkt im Geschäft anbieten.

Die Idee gewinnt an Fahrt: Fast zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, für bestimmte Bedürfnisse auf gesundheitsbezogene Dienstleistungen im Handel zurückzugreifen. Doch Bedenken hinsichtlich der Qualität bleiben eine große Hürde für eine breitere Akzeptanz.

Laut der Studie sind 33 Prozent der Deutschen unzufrieden mit der Verfügbarkeit medizinischer Versorgung. Die Frustration über lange Wartezeiten ist weit verbreitet und treibt die Menschen dazu, nach Alternativen zu suchen. Eine mögliche Lösung könnte aus unerwarteter Richtung kommen: aus dem lokalen Einzelhandel.

Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, sie würden für bestimmte Gesundheitsleistungen Einzelhändler nutzen. Drogeriemärkte lagen dabei mit 39 Prozent an der Spitze der bevorzugten Anlaufstellen. Ganze 52 Prozent erklärten sogar, sie würden ihren üblichen Einkaufsort wechseln, wenn dieser medizinische Dienstleistungen während des Shoppens anböte.

Doch nicht alle sind überzeugt. Fast die Hälfte derer, die sich gegen Gesundheitsangebote im Handel aussprachen, nannten Zweifel an der Servicequalität als Grund. Diese Skepsis zeigt die Herausforderung für den Einzelhandel: Er muss beweisen, dass seine Gesundheitsleistungen genauso zuverlässig sind wie die traditioneller Anbieter.

Die Umfrage offenbart zudem eine starke Nachfrage nach einem erweiterten Produktangebot in der Nähe von Gesundheitsdienstleistungen. Kunden wünschen sich einen einfacheren Zugang zu Nahrungsergänzungsmitteln, Naturheilmitteln und medizinischen Hilfsmitteln. Händler, die diese Produkte mit vertrauenswürdigen Gesundheitsangeboten kombinieren, könnten neue Kundschaft gewinnen und sich von der Konkurrenz abheben.

Experten raten zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel und klassischen Gesundheitsdienstleistern. Durch die Verbindung der Stärken beider Bereiche ließe sich die Belastung überlasteter medizinischer Systeme verringern – und den Kunden gleichzeitig mehr Komfort bieten.

Die Ergebnisse deuten auf eine klare Chance für Händler hin, die in den Gesundheitsmarkt einsteigen wollen. Wenn es ihnen gelingt, Qualitätsbedenken auszuräumen und mit etablierten Anbietern zu kooperieren, könnten sie ein wachsendes Marktsegment erschließen. Die Nachfrage ist da – doch ob sich gesundheitsbezogene Dienstleistungen im Handel langfristig durchsetzen, wird letztlich vom Vertrauen der Verbraucher abhängen.

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