25 June 2026, 14:03

Entwicklungs-NGOs fordern mehr Mitsprache und klare Strategie von Alabali-Radovan

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungs-NGOs fordern mehr Mitsprache und klare Strategie von Alabali-Radovan

Deutsche Entwicklungs-NGOs haben die Reformpläne der Bundesregierung für die wirtschaftliche Zusammenarbeit bewertet. Welthungerhilfe und Terre des Hommes stellten am Mittwoch ihren Jahresbericht vor und zeigten dabei sowohl Unterstützung als auch Bedenken auf. Sie kritisierten das Fehlen einer klaren Strategie in den Vorschlägen von Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert, sein Amtskollege bei Terre des Hommes, leiteten die Diskussion. Sie betonten, dass die Entwicklungspolitik sich an wachsende Herausforderungen anpassen müsse – darunter Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels.

Grundsätzlich begrüßten die NGOs die Neuausrichtung, forderten jedoch einen kohärenten Ansatz. Mogge plädierte für Reformen, die die Qualität der Hilfe über die Quantität stellen, Bürokratie abbauen und der Zivilgesellschaft mehr Eigenständigkeit einräumen. Zudem forderte er einen stärkeren Fokus auf Prävention statt nur auf Krisenreaktion und verlangte eine Erhöhung der Mittel für humanitäre Hilfe von einer auf 2,8 Milliarden Euro im nächsten Bundeshaushalt.

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Hofert unterstrich, dass die Reform kein von Berlin gesteuertes Projekt sein dürfe. Er bestand auf einer frühzeitigen und verbindlichen Einbindung der Partnerländer, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen. Beide warnten, dass die zunehmende Politisierung der Hilfe deren Grundprinzipien – Neutralität, Unabhängigkeit und bedarfsorientierte Unterstützung – untergraben könnte.

Die Organisationen wiesen auch auf Spannungen zwischen den deutschen Interessen und denen der Partnerländer hin. Sie argumentierten, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann gelingen könne, wenn sie sich an den Bedürfnissen lokaler Akteure orientiere.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde aufgefordert, die Zivilgesellschaft aus Deutschland und den Partnerländern in die Gestaltung der Reformen einzubinden. Die NGOs machten deutlich, dass der Erfolg von lokaler Mitwirkung und einem ausgewogenen Ansatz abhängt, der allen Interessen gerecht wird. Ihre Forderungen nach mehr Mitteln und weniger Bürokratie warten nun auf eine Reaktion der Regierung.

Quelle