05 April 2026, 10:05

EU-Reform des Emissionshandels: Chemiebranche profitiert, Klimaziele im Fokus

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbundes im linken oberen Eck, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Reform des Emissionshandels: Chemiebranche profitiert, Klimaziele im Fokus

EU-Kommission legt Reformvorschläge für den Emissionshandel vor

Die Europäische Kommission wird noch in dieser Woche ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (ETS) vorstellen. Zu den geplanten Änderungen gehören Anpassungen der Benchmarks für die chemische Industrie sowie die dauerhafte Abschaffung der Streichung von Zertifikaten im Marktstabilitätsreservoir (MSR). Die Reformen folgen monatelangem Druck von Industrievertretern und Politikern.

Schon vor November 2023 hatte die Kommission begonnen, die ETS-Regeln zu lockern. Sie passte die Benchmarks an und modifizierte das MSR – eine Reaktion auf Forderungen von Spitzenpolitikern wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Diese ersten Zugeständnisse kamen in einer Zeit massiver Energiekrisen, die Unternehmen mit hohen CO₂-Kosten belasteten.

Ab April 2026 treten weitere Reformen in Kraft, darunter rückwirkende Anpassungen der CO₂-Zuteilungen für 2026. Besonders die chemische Industrie erhält mehr kostenlose Zertifikate, um die Compliance-Last zu verringern. Dieser Kurswechsel spiegelt einen breiteren Trend wider: Die EU sucht nach einem Ausgleich zwischen industriellen Belangen und Klimazielen.

Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor radikale ETS-Reformen gefordert und sogar eine Abschaffung des Systems ins Spiel gebracht. Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese verfasste er später einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem er pragmatische Kompromisse anmahnte. Ihre Position unterstrich die Notwendigkeit ausgewogener Reformen, die sowohl wirtschaftliche Stabilität als auch Umweltziele berücksichtigen.

Die am Mittwoch vorgestellten Vorschläge werden diese Anpassungen formalisieren. Die dauerhafte Abschaffung der Zertifikatsstreichung im MSR stellt eine strukturelle Weichenstellung dar und soll die CO₂-Märkte langfristig stabilisieren. Die Reformen geben der chemischen Industrie mehr Spielraum im ETS und beenden die Praxis der Zertifikatslöschung im MSR.

Gepägt von Industrie-Lobbying und Energiekrisen, werden die Änderungen die CO₂-Preise und Compliance-Strategien in der gesamten EU beeinflussen. Die finalen Vorschläge der Kommission bilden den Rahmen für die Umsetzung ab 2026.

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