Ex-Diplomaten warnen vor Trumps Risiken für transatlantische Beziehungen
Lina KrügerEx-Diplomaten warnen vor Trumps Risiken für transatlantische Beziehungen
Zwei ehemalige Spitzenberater warnen vor wachsenden Risiken für die transatlantischen Beziehungen unter der Führung von Donald Trump. Christoph Heusgen und Philip Murphy, beide Ex-Diplomaten, verfassten einen Gastbeitrag für die Rheinische Post, der am Samstag erschien. Darin fordern sie einen Kurswechsel in der deutschen Außenpolitik und eine stärkere Präsenz der Demokraten in der US-Politik.
Heusgen und Murphy kritisierten Trumps Haltung gegenüber Europa und warfen ihm vor, den Kontinent eher als Gegner denn als Verbündeten zu behandeln. Zudem stellten sie seine Bindung an die NATO infrage und argumentierten, seine Politik untergrabe langjährige Partnerschaften. Die Autoren verwiesen besorgt auf Trumps Versuche, die Gewaltenteilung auszuhebeln – etwa durch Druck auf die Justiz und Bemühungen, den Kongress zu umgehen.
Als Gegenstrategie schlagen sie vor, dass Deutschland einen halbpermanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat anstreben solle. Dies würde Berlins globales Gewicht stärken und als Gegengewicht zu US-Alleingängen dienen, so die Autoren. Beide Länder profitierten am meisten, wenn internationale Regeln beachtet und nicht ignoriert würden.
Mit Blick auf die Zukunft äußerten sie sich optimistisch über mögliche Erfolge der Demokraten bei den Midterm-Wahlen 2022 und prognostizierten eine Rückkehr der Mehrheit im Repräsentantenhaus. Ein demokratischer Präsident ab 2028 könnte, so ihre Einschätzung, das transatlantische Vertrauen wiederherstellen, Handelskonflikte mit der EU entschärfen und die Zusammenarbeit bei globalen Herausforderungen neu beleben.
Der Artikel ruft Deutschland dazu auf, in internationalen Institutionen eine aktivere Rolle einzunehmen und gleichzeitig demokratische Erfolge in den USA zu fördern. Heusgens und Murphys Vorschläge zielen darauf ab, die Abhängigkeit von Trumps unberechenbarer Außenpolitik zu verringern. Ihr Appell spiegelt die weitverbreitete Sorge um die Zukunft der amerikanisch-europäischen Beziehungen unter der aktuellen Regierung wider.






