31 March 2026, 12:06

EZB plant Notfallstrategie gegen wirtschaftliche Folgen der Iran-Krise

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflationsreduktionsgesetz" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: oben die Auswirkungen des Gesetzes und unten die visualisierte Darstellung in Blau und Grün.

EZB plant Notfallstrategie gegen wirtschaftliche Folgen der Iran-Krise

Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich auf mögliche wirtschaftliche Folgen der eskalierenden Iran-Krise vor. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat eine dreistufige Strategie vorgestellt, um Energieschocks abzufedern, die die Märkte erschüttern könnten. Ihr Plan kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die globalen Ölpreise stark steigen und Schifffahrtsrouten weiterhin beeinträchtigt sind.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor höheren Preisen und einem weltweiten Wachstumsrückgang, was den Druck auf die Zentralbanken erhöht, mit Bedacht zu reagieren.

Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Golf seit Ende Februar 2026 haben den Preis für Brent-Rohöl auf 112 bis 119 US-Dollar pro Barrel getrieben. Diese Werte entsprechen den pessimistischsten Prognosen der EZB und liegen damit nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Preisspanne. Die Lage hat sich seit Ende 2023 verschärft, als Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt im Suezkanal fast die Hälfte des Verkehrs umleiteten – Störungen, von denen sich die Route trotz militärischer und diplomatischer Bemühungen der USA nie vollständig erholt hat.

Lagardes erster Ansatz sieht vor, kurzfristige Preissprünge bei Energie zu ignorieren, da verzögerte geldpolitische Reaktionen mehr Schaden anrichten könnten als Nutzen bringen. Sollte die Inflation das EZB-Ziel zwar übersteigen, aber vorübergehend bleiben, erlaubt ihr zweiter Schritt moderate Anpassungen, etwa schrittweise Zinserhöhungen. In diesem Szenario könnte der Einlagezinssatz bis Ende 2026 von 2 auf 2,5 Prozent steigen.

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Bei einem schwerwiegenderen Verlauf mit anhaltender Inflation und wirtschaftlicher Stagnation rechnen die EZB-Modelle für den Rest des Jahres 2026 mit einem Wachstum nahe null – eine langsame Erholung wäre erst gegen Ende 2028 zu erwarten. Bleibt die Inflation hartnäckig hoch, erfordert Lagardes dritte Stufe entschlossenes Handeln – selbst auf die Gefahr hin, eine Rezession zu vertiefen. Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, verglich den Entscheidungsprozess mit einem statistischen Modell, das abwägt, ob auf Basis von Echtzeitdaten gehandelt werden muss.

Die Strategie der EZB balanciert zwischen Zurückhaltung und der Bereitschaft zu härteren Maßnahmen, falls nötig. Die Ölpreise und Engpässe in der Schifffahrt spiegeln bereits die negativen Szenarien wider, die die Bank modelliert hat. Wie die EZB reagiert, hängt davon ab, wie lange Inflation und wirtschaftliche Belastungen in den kommenden Monaten anhalten.

Die düsteren Wachstums- und Preisprognosen des IWF verstärken zusätzlich den Handlungsdruck auf die EZB für ihre nächsten Schritte.

Quelle