Falsche Islam-Vorwürfe: Leipziger Tauffeier löst Debatte über Desinformation aus
Lina KrügerFalsche Islam-Vorwürfe: Leipziger Tauffeier löst Debatte über Desinformation aus
Fotos einer religiösen Feier in der Leipziger Stephanskirche lösen Kontroverse aus – nach Falschdarstellungen im Netz
Aufnahmen einer religiösen Feier in der Leipziger Stephanskirche haben für Aufsehen gesorgt, nachdem sie online falsch dargestellt wurden. Lukas Rehm, Bundestagsabgeordneter der AfD, veröffentlichte die Bilder am 2. Mai 2026 und behauptete, sie zeigten eine islamische Veranstaltung mit Hüpfbürgen zwischen christlichen Gräbern. Die Kirchengemeinde hat inzwischen die wahren Hintergründe der Zusammenkunft klargestellt.
Tatsächlich zeigen die Fotos eine christliche Tauffeier einer eritreischen Gemeinde, die regelmäßig die Räumlichkeiten der Kirche nutzt – wie in den online verfügbaren Gemeindebriefen dokumentiert ist. Bei der Veranstaltung handelte es sich nicht um eine islamische Feier, auch wenn die traditionellen weißen Gewänder und Kopftücher der Teilnehmer immer wieder zu Fehlzuordnungen führen.
Die Kirche selbst wird seit etwa zweihundert Jahren nicht mehr als Begräbnisstätte genutzt. Die auf den Fotos sichtbaren Grabsteine dienen rein dekorativen Zwecken und markieren keine aktiven Grabstätten. In seinem Posting schrieb Rehm, „unsere Kirchen und Friedhöfe gehören den Deutschen und unseren Traditionen – und nicht der Islamisierung!“
Ein solcher Irrtum ist kein Einzelfall. Bereits 2017 hatte CORRECTIV einen ähnlichen Fall überprüft, bei dem eine christliche Tauffeier eritreischer Gläubiger fälschlich als muslimisches Fest interpretiert worden war. Zwar hat die eritreische Gemeinde gelegentlich muslimische Gäste empfangen, gemeinsame religiöse Feste gab es jedoch nie.
Die eritreische christliche Gemeinschaft nutzt die Stephanskirche weiterhin für ihre regelmäßigen Gottesdienste und Veranstaltungen. Die wiederholte Fehleinschätzung ihrer Feiern unterstreicht anhaltende Missverständnisse über ihre Traditionen. Kirche und Gemeinde haben umfassende Unterlagen bereitgestellt, um die Fakten richtigzustellen.






