FDP-Debatte platzt: Döring sagt nach Junge Freiheit-Interview von Hagen ab
Lina KrügerFDP-Debatte platzt: Döring sagt nach Junge Freiheit-Interview von Hagen ab
Eine geplante Debatte zwischen Sabine Döring und FDP-Generalsekretär Martin Hagen ist abgesagt worden. Döring sagte die Veranstaltung ab, nachdem Hagen ein Interview mit der Jungen Freiheit gegeben hatte – einer Zeitung, die sie politisch inakzeptabel findet. Die Absage hat eine Diskussion über den Umgang der FDP mit Wählern ausgelöst, die der AfD nahestehen.
Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sollte die Podiumsdiskussion zwischen Döring und Hagen ausrichten. Döring zog ihre Teilnahme jedoch zurück und begründete dies mit Hagens Interview in der Jungen Freiheit. Die Zeitung gilt als Medium mit einer Leserschaft, die mehrheitlich die AfD unterstützt.
In dem Gespräch hatte Hagen die AfD scharf kritisiert und war von den Journalisten mit unangenehmen Fragen konfrontiert worden. Dennoch wird Dörings Entscheidung, die Debatte abzusagen, von einigen Beobachtern gelobt – darunter auch von solchen, die die FDP bisher für ihre strategischen Schwächen kritisiert hatten.
Die FDP verliert seit Jahren kontinuierlich Wähler an die AfD. Einige Parteimitglieder halten es für notwendig, über Plattformen wie die Junge Freiheit gezielt AfD-nahes Publikum anzusprechen, um diese Wähler zurückzugewinnen. Auch andere FDP-Politiker haben bereits in der Zeitung Beiträge veröffentlicht, sei es in Form von Interviews oder Gastartikeln.
Dörings Weigerung, mit Hagen auf einer Bühne zu stehen, verdeutlicht die Spannungen innerhalb der FDP darüber, wie mit AfD-sympathisierenden Wählern umgegangen werden soll. Die Partei bleibt gespalten zwischen Konfrontation und Ignoranz gegenüber diesen Gruppen. Die Absage der Debatte wirft zudem grundsätzliche Fragen über den schwindenden Diskurs in der politischen Kultur auf.






