17 June 2026, 19:42

Fracking in Deutschland: Chance für mehr Erdgas – oder riskantes Experiment?

Studie: Fracking könnte die Erdgasversorgung langfristig stärken

Fracking in Deutschland: Chance für mehr Erdgas – oder riskantes Experiment?

Deutschland erwägt Fracking als Möglichkeit, seine Erdgasversorgung langfristig zu stärken. Bei diesem als hydraulisches Frakturieren bekannten Verfahren könnten erhebliche Schiefergasvorkommen unter dem Landesinneren erschlossen werden. Ein erster Schritt wäre jedoch die Aufhebung des aktuellen Fracking-Verbots, um die Machbarkeit zu prüfen.

Der Aufbau einer Fracking-Industrie, die eine nennenswerte Förderung ermöglicht, würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zuvor müsste Deutschland Probebohrungen genehmigen, um die Förderkosten und Umweltauswirkungen zu bewerten – was die Aufhebung des bestehenden Verbots voraussetzt.

Bis 2025 könnte Fracking zwischen 6 und 12 Prozent des prognostizierten deutschen Gasbedarfs decken. Die jährliche Produktion läge dann bei etwa 5 bis 10 Milliarden Kubikmetern. Doch dieser zusätzliche Output wäre im globalen Maßstab bescheiden und würde die Weltmarktpreise voraussichtlich nicht beeinflussen.

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Die Erschließung der deutschen Schiefergasreserven würde Hunderte von Bohrlöchern erfordern. Die Umweltrisiken gelten bei Einhaltung strenger Standards als gering. Ungewiss bleibt jedoch, ob sich Fracking ohne Subventionen wirtschaftlich rechnet.

Trotz seines Potenzials könnte Fracking kurzfristige Gasengpässe nicht beheben oder zu spürbaren Preissenkungen führen. Langfristig könnte es jedoch die Erdgasversorgungssicherheit Deutschlands verbessern. Eine schnelle Entlastung bei Versorgungsproblemen oder niedrigere Kosten sind damit allerdings nicht verbunden. Der Prozess hängt von regulatorischen Änderungen, einer umfangreichen Infrastruktur und strenger Umweltaufsicht ab.

Quelle