Gastwirte aus Kassel wegen Handel mit gefälschten Impfpässen verurteilt
Clara SchneiderGastwirte aus Kassel wegen Handel mit gefälschten Impfpässen verurteilt
Ein Gericht hat zwei Gastwirte aus Kassel zu jeweils etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft hatten. Das Duo betrieb in Kassel-Marbachshöhe eine Kneipe, die zugleich als Treffpunkt für lokale AfD-Versammlungen und als Kantine für Soldaten diente.
Zwischen August und Dezember 2021 stellten die Angeklagten mindestens 6.000 gefälschte Impfausweise her und verkauften sie weiter. Die meisten wurden für je 50 Euro angeboten, wobei die Käufer ihre persönlichen Daten selbst eintragen mussten, um die Fälschung zu vervollständigen. Das Gericht sprach sie als Gehilfen schuldig, da die eigentliche Urkundenfälschung erst durch die Nutzung der Pässe durch die Käufer begangen wurde.
Die beiden gestanden ein, 8.000 leere Impfausweise erworben zu haben, behaupteten jedoch, sie hätten vorgehabt, diese lediglich mit einem Aufschlag von einem Euro über eBay weiterzuverkaufen. Im Keller ihrer Kneipe entdeckte die Polizei eine Werkstatt mit fast 1.000 leeren gelben Impfpass-Büchlein, 12 Stempeln von Impfzentren sowie Chargenaufklebern für COVID-19-Impfstoffe. Die Ermittler konnten nachweisen, dass etwa 3.200 Käufer die Fälschung durch das Eintragen ihrer persönlichen Daten vollendet hatten.
Zusätzlich mussten sich die beiden wegen Steuerhinterziehung verantworten, da sie die Gewinne aus dem illegalen Handel nicht deklariert hatten. Ihr Nettoertrag aus dem Geschäft belief sich nach Abzug der Kosten auf 285.400 Euro.
Das Gericht bestätigte ihre Beteiligung am illegalen Handel sowie die zusätzlichen Steuerdelikte. Beide müssen nun Haftstrafen von etwa dreieinhalb Jahren antreten. Der Fall zeigt das Ausmaß der Produktion gefälschter Impfpässe während der Pandemie auf.






