Gebrauchtwagenmarkt 2025: Preise sinken, Nachfrage bleibt stabil trotz E-Auto-Schwemme
Lina KrügerGebrauchtwagenmarkt 2025: Preise sinken, Nachfrage bleibt stabil trotz E-Auto-Schwemme
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutliche Veränderungen erlebt. Nach einem starken Preisanstieg während der Pandemie geben die Kosten nun nach, da das Angebot wieder steigt. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Fahrzeugen hoch – allein 2024 stiegen die Halterwechsel um 7,4 Prozent.
Die Pandemie hatte die Automobilbranche auf vielfältige Weise durcheinandergebracht. Halbleiterhersteller verlagerten ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik und IT, sodass die Autohersteller mit Lieferengpässen kämpften. Als die Nachfrage schneller als erwartet zurückkehrte, konnten die Hersteller nicht mithalten.
Die Folge: Die Preise für Gebrauchtwagen schossen in die Höhe. Zwischen 2021 und 2022 stiegen die Durchschnittspreise um etwa 19 Prozent. Besonders gefragt waren SUVs wie der VW Tiguan oder der BMW X1, die ihren Wert besser hielten als viele andere Modelle.
Doch Anfang 2025 zeichnete sich eine Wende ab. Der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis sank um etwa fünf Prozent gegenüber dem Höchststand von 2023 und pendelte sich bei rund 27.800 Euro ein. Ein Grund für diese Entwicklung ist das wachsende Angebot an Elektrofahrzeugen (E-Autos). Hohe Leasingraten für Neuwagen haben zu einem Überangebot an gebrauchten E-Modellen geführt, was deren Wiederverkaufswerte drückt. Ein drei Jahre altes Batterie-Elektroauto kostet heute nur noch etwa die Hälfte seines ursprünglichen Preises.
Trotz der Preiskorrekturen bleibt die Nachfrage hoch. Die Zahl der Halterwechsel erreichte 2024 rund 6,48 Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Händler verkaufen ihre Bestände schneller als zuvor: Ein Gebrauchtwagen steht im Schnitt nur noch 57 Tage auf dem Hof – deutlich weniger als vor der Pandemie.
Der Gebrauchtwagenmarkt passt sich nach Jahren der Schwankungen an. Die Preise sind von ihren Höchstständen zurückgegangen, unter anderem wegen des zunehmenden Angebots an gebrauchten E-Autos. Dennoch bleibt die Nachfrage stabil, und die steigenden Umschreibungen sowie kürzeren Verkaufszeiten deuten auf einen lebendigen Markt für Käufer und Verkäufer hin.






