22 March 2026, 06:07

Großflächige Apotheken-Schließungen in MV: Protest gegen ausbleibende Reformen

Eine Gruppe von Menschen mit Protestschildern vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite, vor einer Kulisse von urbanen Strukturen in Deutschland.

80 Prozent der MV-Apotheken am Montag geschlossen - Großflächige Apotheken-Schließungen in MV: Protest gegen ausbleibende Reformen

Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern schließen am Montag großflächig im Rahmen eines bundesweiten Protests

In Mecklenburg-Vorpommern bleiben am Montag die meisten Apotheken geschlossen – als Teil einer bundesweiten Protestaktion. Damit machen die Apotheker auf langjährige Probleme aufmerksam: seit Jahren stagnierende Vergütungssätze bei gleichzeitig steigenden Betriebskosten. Nur der Notdienst bleibt während der Schließungen aufrechterhalten.

Etwa 80 Prozent der nicht am Notdienst beteiligten Apotheken in der Region werden sich an dem Streik beteiligen. Die Frustration in der Branche wächst, da die Erstattungssätze für apothekerliche Leistungen seit 2013 unverändert geblieben sind – trotz stark gestiegener Ausgaben. Mit rund 350 Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern Ende 2024 wird die Schließung die Versorgung mit Routinemedikamenten spürbar einschränken.

Die Apotheker fordern von der Bundesregierung dringend Reformen. Zu den zentralen Forderungen gehören eine pauschale Erhöhung der festen Zuschläge pro Medikament, höhere Vergütungen für Nacht- und Notdienste sowie bessere Bezahlung für Lieferdienste. Zudem kritisieren sie die unzureichende Bundesapothekenreform, die ihre finanziellen Probleme nicht gelöst habe.

Die wenigen geöffneten Apotheken können über das Online-Portal der Apothekerkammer gefunden werden. Patienten werden aufgefordert, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben, wenn der reguläre Betrieb wiederaufgenommen wird. Gleichzeitig werden sich einige Apotheker aus der Region an einer Protestveranstaltung in Berlin beteiligen und sich so der bundesweiten Forderung nach Veränderung anschließen.

Trotz der Schließungen bleibt der apothekerliche Notdienst durchgehend verfügbar. Er ist Teil des dezentralen Medikamenten-Reservesystems Deutschlands und sichert so auch während des Protests die grundlegende Versorgung.

Der Protest unterstreicht den finanziellen Druck, unter dem die Apotheken seit über einem Jahrzehnt ohne Anpassung der Gebühren stehen. Mit den meisten Standorten für einen Tag geschlossen, sind Patienten auf den Notdienst angewiesen oder müssen ihre Anliegen verschieben. Das Ergebnis der Aktion könnte die künftigen Verhandlungen zwischen Apothekerverbänden und der Regierungskoalition beeinflussen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle