Humboldt Forum: Fünf Jahre nach der Eröffnung bleibt es ein Ort der Widersprüche
Clara SchneiderHumboldt Forum: Fünf Jahre nach der Eröffnung bleibt es ein Ort der Widersprüche
Fünf Jahre nach seiner Eröffnung bleibt das Humboldt Forum in Berlin umstritten
Fünf Jahre nach seiner Eröffnung sorgt das Humboldt Forum in Berlin weiterhin für Diskussionen. Seine prächtige Architektur und das kulturelle Programm wollen globale Themen aufgreifen, doch gelingt es nur schwer, die lokale Bevölkerung einzubinden. Kritiker werfen dem Ort vor, eher wie ein Palast als wie ein inklusives städtisches Zentrum zu wirken.
Unter der markanten Kuppel mit Kreuz beherbergt das Humboldt Forum das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Sein Programm setzt sich häufig mit drängenden Fragen auseinander – etwa bei einer jüngsten Debatte über einen Fluss im Süden Brasiliens, der unter einem Einkaufszentrum verschwand und später als Denkmal wieder auftauchte. Auch Sarah Ama Duahs Performance to build to bury to remember hinterfragt koloniale Perspektiven, indem sie Objekte als eigenständige Wesen präsentiert.
Trotz des anspruchsvollen kulturellen Angebots überstrahlt oft die schiere Größe des Forums seine Veranstaltungen. Offizielle Besucherzahlen erfassen auch Touristen, die nur für Selfies im Innenhof vorbeikommen – und kaschieren so die geringe Beteiligung der Berliner Bevölkerung. Finanziert wurde das Projekt von vermögenden rechtspopulistischen Spendern, die preußische Pracht in der Stadt wiederbeleben wollten.
Seit seiner Eröffnung hat das Humboldt Forum die Debatten über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt verschärft. Doch sein Programm bleibt weitgehend auf Touristen ausgerichtet, und die überwältigende Architektur wird dafür kritisiert, vom Alltagsleben Berlins abgekoppelt zu wirken.
Das Humboldt Forum bleibt ein kultureller Leuchtturm – und zugleich ein Ort der Kontroverse. Die Schwierigkeiten, Anklang bei den Einheimischen zu finden, bestehen fort, selbst wenn seine Ausstellungen und Diskussionsformate globale und historische Themen behandeln. Dass auch Gelegenheitsbesucher in die Statistiken einfließen, unterstreicht die Kluft zwischen seinen Ambitionen und seiner aktuellen Rolle in der Stadt.
