"In den Sonnenblumen" triumphiert mit zehn Lolas bei den Deutschen Filmpreisen
Hannah Weber"In den Sonnenblumen" triumphiert mit zehn Lolas bei den Deutschen Filmpreisen
Die Deutschen Filmpreise ehrten ihre Preisträger am vergangenen Wochenende – mit „In den Sonnenblumen“ als großem Gewinner des Abends. Der Film sicherte sich zehn Auszeichnungen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Doch die Verleihung griff auch alte Kontroversen auf, als Regisseur Wim Wenders eine seit Jahrzehnten kritisierte Szene aus seinem Film „Falsche Bewegung“ von 1975 thematisierte.
Die Veranstaltung selbst verlief trotz Spannungen um die Anwesenheit der Kulturministerin und eines peinlichen Moments, als Regisseur Leander Haußmann den Namen eines Kollegen falsch aussprach, weitgehend ruhig.
Der unangefochtene Star des Abends war „In den Sonnenblumen“, der mit zehn Preisen dominierte. Zu den ausgezeichneten Schauspielern zählte Lena Urzendowsky, die als beste Nebendarstellerin geehrt wurde. In ihrer Dankesrede rief sie das Publikum zu mehr Empathie und einer Ablehnung von Gewalt auf.
Auch Senta Berger wurde gewürdigt: Sie erhielt die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke“, einem Film unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven – eine persönliche Note inmitten der Preisverleihung.
Ein nachdenklicher Moment entstand, als Wim Wenders auf eine umstrittene Szene aus „Falsche Bewegung“ zu sprechen kam. Die Sequenz zeigt Nastassja Kinski mit freiem Oberkörper – damals erst 13 Jahre alt. Wenders räumte ein, er würde die Szene heute nicht mehr so drehen, und warf die Frage auf: „Kann man einen Film im Nachhinein ändern?“
Kinski selbst soll jahrelang versucht haben, die Szene aus dem Film entfernen zu lassen. Die Debatte verlieh dem Abend zusätzliche Tiefe, der ansonsten ohne größere Konflikte verlief – auch wenn die Anwesenheit der Kulturministerin für unterschwellige Spannungen sorgte.
Für eine heitere, aber unangenehme Situation sorgte Regisseur Leander Haußmann, als er den Namen seines Kollegen İlker Çatak falsch aussprach. Der Versprecher führte zu kurzer Verwirrung, überschattete die Feierlichkeiten aber nicht.
Die Preisverleihung spiegelte sowohl die Erfolge als auch die anhaltenden Diskussionen im deutschen Film wider. „In den Sonnenblumen“ festigte seinen Status als strahlender Sieger des Abends, während Wenders’ Worte die ethischen Fragen der Filmbranche erneut in den Fokus rückten. Trotz der im Hintergrund schwelenden Kontroversen endete die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle.






