21 March 2026, 10:04

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Der Komiker Joe Lycett hat aus Protest gegen die aggressive juristische Vorgehensweise der Modemarke seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Der Schritt erfolgt nach Jahren der Kritik, weil das Unternehmen wiederholt kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen verklagt hat, die das Wort "Boss" in ihren Namen führen. Lycetts Entscheidung lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Geschichte und die Rechtsstrategien des Konzerns.

Der Konflikt reicht mindestens bis 2018 zurück, als die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss eine Abmahnung von Hugo Boss erhielt, weil sie den Begriff in ihrem Namen verwendete. Ein ähnlicher Fall betraf die kleine Brauerei Boss Brewing aus Swansea, die nach einer Markenrechtsklage des Unternehmens rund 12.000 Euro an Anwaltskosten aufbringen musste. Solche Vorfälle sind Teil eines Musters, bei dem die Luxusmarke immer wieder gegen kleinere Organisationen vorgeht, die das Wort "Boss" nutzen.

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Das 1924 gegründete Modehaus steht seit Langem wegen seiner Vergangenheit in der Kritik. Während des Zweiten Weltkriegs ließ Hugo Boss SS-Uniformen für die Nazis von Zwangsarbeitern herstellen. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen für das "Leid und die Entbehrungen", die durch seine Kriegsproduktion verursacht wurden. Lycett betonte jedoch, dass dieser Hugo Boss – also er selbst – nichts mit diesen Taten zu tun habe.

Mit über 14.000 Mitarbeitern in 127 Ländern und 439 Filialen weltweit bleibt Hugo Boss ein globaler Konzernriesen. Allein 2018 verzeichnete die Marke einen Umsatz von über 2,6 Milliarden Euro. Dennoch sorgen ihre juristischen Auseinandersetzungen und historischen Verstrickungen weiterhin für öffentliche Empörung.

Lycett bestätigte, dass er in allen künftigen Veröffentlichungen den Namen Hugo Boss verwenden werde. Die Namensänderung ist eine direkte Herausforderung an die Rechtsstrategie des Unternehmens. Die Marke selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu der neuesten Kritikwelle wegen ihrer Vergangenheit oder der jüngsten Kontroversen geäußert.

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