26 April 2026, 20:05

Karin Bergmanns umstrittene Führung prägt die Salzburger Festspiele neu

Ein Mann steht an einem Rednerpult mit einem Mikrofon und spricht auf einer Abendveranstaltung mit dem Titel "National Book Festival History & Biography".

Karin Bergmanns umstrittene Führung prägt die Salzburger Festspiele neu

Karin Bergmann leitet nun die Salzburger Festspiele. Ihre Herangehensweise sorgt für Diskussionen – vor allem wegen ihrer Unterstützung umstrittener Persönlichkeiten wie des Dirigenten Teodor Currentzis. Sie argumentiert, Musik solle auch in politisch schwierigen Zeiten als Brücke wirken.

Bergmann hat deutlich gemacht, dass sie das Erbe der Festspiele bewahren will, ohne Stillstand zu riskieren. Zwar kritisiert sie Fehler ihrer Vorgängerin, besteht aber darauf, Teile des alten Teams zu behalten. Ihr Fokus liegt auf Kontinuität statt auf radikalen Umbrüchen.

Currentzis, eine Schlüsselfigur in ihren Plänen, nahm nach der Annexion der Krim die russische Staatsbürgerschaft an. Seine Arbeit wird weiterhin von Unternehmen finanziert, die mit dem Krieg in Verbindung stehen – darunter Gazprom und die VTB. Trotz dieser Verstrickungen verteidigt Bergmann ihn immer wieder und bezeichnet ihn als den "Hinterhäuser"-Dirigenten des Festivals.

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Anna Netrebko, eine weitere Künstlerin mit russischen Wurzeln, tritt seit Jahren nicht mehr in Russland auf. Anders als manche Kollegen hat sie sich nicht öffentlich hinter Putins Krieg gestellt. Bergmann betont diese Unterschiede und plädiert dafür, ihre Hintergründe zu verstehen, statt sie pauschal abzulehnen.

Die Anhörungen zur Wahl von Bergmanns Nachfolgerin sind für September angesetzt. Bis dahin wird ihre Führung die Ausrichtung der Festspiele prägen – zwischen Tradition und den Herausforderungen der Gegenwart. Die Zukunft des Festivals bleibt ungewiss, während Bergmann politische und künstlerische Spannungsfelder navigiert. Ihre Verteidigung Currentzis' und ihr Bekenntnis zur einigenden Kraft der Musik werden die Programmgestaltung beeinflussen. Die September-Anhörungen werden zeigen, wer die Geschicke künftig lenkt – die Entscheidungen dürften die weitere Positionierung der Festspiele widerspiegeln.

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