Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht wegen Geldmangels das Aus
Clara SchneiderKinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht wegen Geldmangels das Aus
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht wegen chronischer Unterfinanzierung vor einer möglichen Schließung. Auch die Stadt Hamburg droht, das OHA!-Büro der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte abzubauen. Die Organisation warnt nun, dass ohne eine Lösung ihre Zukunft auf dem Spiel stehe.
Der VKJH beschäftigt derzeit 90 Festangestellte und arbeitet mit 150 freiberuflichen Mitarbeitenden zusammen. Doch die Zentrale erhielt nie ausreichend Mittel, um die grundlegenden Verwaltungskosten zu decken. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, bräuchte die Organisation jährlich zusätzliche 120.000 Euro – für eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle.
Die Hamburger Schulbehörde hat beschlossen, den Vertrag für die Ombudsstelle neu auszuschreiben. Die Stadt plant, die Jugendombudsstelle mit einer neuen für Kitas zusammenzulegen und damit ein neues Vergabeverfahren zu erzwingen. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat gegen diesen Schritt Bedenken angemeldet.
Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, könnte der VKJH seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter übertragen. Eine erneute Bewerbung um die Ombudsstelle wäre zwar möglich, würde aber Ressourcen binden – ohne Garantie auf Erfolg.
Die finanziellen Probleme des VKJH und die Neuausschreibungspläne der Stadt gefährden die Arbeit der Organisation. Ohne zusätzliche Mittel oder eine Kurskorrektur in der Politik könnte der Verband gezwungen sein, seine Türen zu schließen. Der Verlust der Ombudsstelle würde Hamburg zudem eine wichtige Fürsprecherin für Kinder- und Jugendrechte nehmen.






