01 May 2026, 06:06

Klimaökonom Edenhofer warnt: Treibstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise

Graphik zeigt die Entwicklung der Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten über die Zeit, mit einer blauen Linie, die eine sinkende Preisentwicklung anzeigt, und einer grünen Linie, die eine steigende Preisentwicklung anzeigt.

Klimaökonom Edenhofer warnt: Treibstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise

Ein führender Klimaökonom hat Pläne für Treibstoffsubventionen als Reaktion auf die steigenden Energiepreise scharf kritisiert. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), argumentiert, dass solche Maßnahmen das Problem verschärfen statt es zu lösen. Er betont, dass nur eine Verringerung des Öl- und Gasverbrauchs langfristig die Energiesicherheit garantieren und die globalen Preise senken könne.

Edenhofer verweist darauf, dass frühere Regierungen auf Ölpreisschocks nicht mit Subventionen, sondern mit Maßnahmen zur Energieeinsparung reagiert hätten. Politiker hätten seiner Meinung nach schon viel früher klarmachen müssen, dass eine Senkung des Verbrauchs der Schlüssel zur Energiesicherheit sei. Subventionen würden lediglich die Nachfrage ankurbeln, die Preise weiter in die Höhe treiben und vor allem ausländischen Exporteuren zugutekommen.

Statt flächendeckender Subventionen schlägt er gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Dieser Ansatz würde die am stärksten Betroffenen entlasten, ohne die Gesamtnachfrage zu steigern. Edenhofer unterstreicht zudem, dass eine geringere Nachfrage Europa mehr Einfluss auf den globalen Ölmarkt verschaffen würde – eine Verbindung von Klimapolitik mit geopolitischer Strategie.

Langfristig, so Edenhofer, müsse Europa seine Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verringern. Eine Drosselung der Nachfrage sei der einzige nachhaltige Weg, um dies zu erreichen – und keine kurzfristigen Lösungen wie Subventionen.

Die Aussagen des Ökonomen verdeutlichen die kontroverse Debatte über den Umgang mit den steigenden Energiepreisen. Während Subventionen die Preise künstlich niedrig halten könnten, drohen sie gleichzeitig, die Nachfrage zu erhöhen und die Importabhängigkeit zu verstärken. Gezielte finanzielle Hilfen und eine Senkung des Verbrauchs bleiben hingegen alternative Lösungsansätze.

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