Klingbeil fordert Übergewinnsteuer und Preisbremse gegen explodierende Spritpreise
Hannah WeberKlingbeil fordert Übergewinnsteuer und Preisbremse gegen explodierende Spritpreise
Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil hat zu dringendem Handeln gegen die explodierenden Spritpreise aufgerufen. Er warf Ölkonzernen vor, die Spannungen im Nahen Osten auszunutzen, um ihre Gewinne künstlich in die Höhe zu treiben. Zu seinen Vorschlägen gehören die Wiedereinführung einer Übergewinnsteuer sowie eine Deckelung der Kraftstoffpreise – ähnlich dem Modell Luxemburgs.
Klingbeil kritisierte die drastischen Preiserhöhungen an deutschen Tankstellen, die stärker ausfielen als in den Nachbarländern. Den aktuellen Anstieg führte er auf den anhaltenden Konflikt im Iran zurück und warf den Unternehmen vor, die Krise als Vorwand für höhere Profite zu missbrauchen.
Der SPD-Vorsitzende setzt sich seit Langem für eine Übergewinnsteuer auf die Rekordgewinne der Mineralölkonzerne ein. Die so generierten Mittel könnten den Bürgern etwa durch höhere Pendlerpauschalen oder sinkere Energiesteuern zurückgegeben werden. Dieser Ansatz orientiert sich am Temporären Krisen- und Übergangsrahmen der EU aus dem Jahr 2022, der solche Abgaben bis 2025 zuließ.
Sechs EU-Staaten – Spanien, Italien, Deutschland, Belgien, Tschechien und Griechenland – hatten die Maßnahme bereits umgesetzt. Die Europäische Kommission lehnte jedoch Forderungen nach einer Verlängerung ab und betonte, die Steuer bleibe ein zentrales Instrument zur Finanzierung der Energiekrisenhilfen. Klingbeil drängt Brüssel nun, die Abgabe zügig wieder einzuführen.
Das Thema wird er am Freitag auf dem Treffen der EU-Finanzminister zur Sprache bringen. Neben der Übergewinnsteuer schlägt er vor, dass Deutschland das luxemburgische Modell übernimmt, das Höchstpreise für Benzin, Diesel und Heizöl festlegt. Dort passt das Wirtschaftsministerium die Obergrenzen regelmäßig an, um Marktschwankungen Rechnung zu tragen.
Klingbeils Plan kombiniert die Rückkehr zur Übergewinnsteuer mit Preiskontrollen, um die Belastung für Verbraucher zu verringern. Da die Kommission die Maßnahme nicht EU-weit verlängern will, sind die nationalen Regierungen nun gefordert, eigene Lösungen zu finden. Die Beratungen der EU-Finanzminister am Freitag könnten den weiteren Kurs bestimmen.






