20 March 2026, 00:05

Kulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse nach Protesten und Kritik ab

Offenes Buch mit bunten Seiten und Textbeispielen vor einem dunklen Hintergrund, das an ein deutsches Handbuch erinnert.

Kulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse nach Protesten und Kritik ab

Bundes Kulturminister Wolfram Weimer sagt geplanten Besuch der Leipziger Buchmesse ab

Bundes Kulturminister Wolfram Weimer hat seinen geplanten Besuch der Leipziger Buchmesse nach massiver Kritik abgesagt. Der Rückzug folgt auf die Rücknahme einer Einladung durch einen ehemaligen Literaturprofessor und wachsende Vorwürfe wegen jüngster Entscheidungen. Bereits bei der Eröffnungsveranstaltung der Messe war Weimer mit Protesten und öffentlicher Missbilligung konfrontiert worden.

Auslöser der Kontroverse war Weimers Ausschluss von drei linksgerichteten Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis. Berichten zufolge stützte er sich dabei auf Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden – ein Schritt, der unter Veranstaltern und Besuchern Empörung auslöste. Zwar bedauerte die Leipziger Buchmesse die abgesagte Preisverleihung, betonte jedoch, dass die Entscheidung nicht in ihrer Verantwortung lag.

Bei der Eröffnung am 19. März 2026 sah sich Weimer Pfiffen und Zwischrufen ausgesetzt. Seine Weigerung, sich mit kritischen Stimmen auseinanderzusetzen, sowie sein Umgang mit prominenten Konflikten – etwa mit Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle – verschärften die Kritik weiter. Der ehemalige Leipziger Professor Alfonso de Toro zog seine Einladung an Weimer zurück und begründete dies mit dessen Intoleranz und mangelnder Eignung für eine Stadt, die für ihre Vielfalt steht.

Beobachter hinterfragen Weimers Eignung für das Amt und verweisen auf seine dünnhäutige Reaktion auf politische Gegenwehr. Bei einem Besuch der Messe hätten die Veranstalter mit weiteren Buhrufen und Protesten gerechnet.

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Weimers Absage ist der vorläufige Höhepunkt einer von Konflikten geprägten Amtszeit als Kulturminister. Seine Entscheidungen haben zentrale Akteure der Literatur- und Kulturszene verprellt, während sein Rückzug aus der öffentlichen Debatte die Kritik weiter anheizt. Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen politischer Führung und den kulturellen Institutionen Deutschlands.

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