26 March 2026, 04:05

Kulturminister Weimer: Zwischen Protesten, Zensurvorwürfen und politischer Rückendeckung

Plakat für ein Bierfest in Deutschland mit Menschen mit Biergl├Ąsern und einem Fass im Hintergrund, mit deutschem Text unten.

Kulturminister Weimer: Zwischen Protesten, Zensurvorwürfen und politischer Rückendeckung

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, steht seit seiner Ernennung im Jahr 2024 zunehmend in der Kritik. Proteste, Boykotte und Rücktrittsforderungen begleiteten seine Entscheidungen zu Buchpreisen, Bibliotheksausbauten und der Leitung von Filmfestspielen. Politische Gegner, Kultureinrichtungen und Künstler äußerten vehementen Widerspruch gegen seine Politik.

Der Streit begann, als Weimer drei linksgerichtete Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss – mit Verweis auf Bedenken des Verfassungsschutzes. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte diesen Schritt als Angriff auf die Meinungsfreiheit. Daraufhin brachen auf der Leipziger Buchmesse 2026 Proteste aus: Besucher buhten bei Veranstaltungen und forderten seinen Rücktritt.

Politiker von Die Linke und den Grünen bezeichneten Weimer als "Kulturkampfminister" und warfen ihm Zensur vor. Künstler und Schriftsteller schlossen sich der Empörung an, darunter der Komiker Hape Kerkeling, der eine Rede bei der Gedenkveranstaltung in Buchenwald absagte, weil Weimer daran beteiligt war. Auch historische Initiativen wie die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora forderten seinen Rückzug von der Veranstaltung.

Weitere Konflikte entstanden, als bekannt wurde, dass Weimer angeblich Druck auf Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, ausgeübt hatte – wegen Äußerungen einer syrischen Filmemacherin zu Gaza. Medienberichten zufolge versuchte er, sie von ihrem Posten zu entfernen. Zudem zog seine Entscheidung, den Ausbau der Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen, scharfe Kritik von Kultureinrichtungen nach sich.

Trotz der Aufregung verteidigte Bundeskanzler Olaf Scholz Weimer und betonte, dass dessen Arbeit breite Unterstützung genieße. Auch CDU-Chef Friedrich Merz stellte sich im Bundestag hinter den Minister und räumte ein, dass kulturelle Debatten oft kontrovers seien.

Die Auseinandersetzungen haben Weimers Position unter Druck gesetzt – mit anhaltenden Protesten und politischem Widerstand. Seine Politik zu Buchpreisen, Filmfestspielen und Bibliotheksprojekten bleibt umstritten. Bisher jedoch hält er die Rückendeckung sowohl des Kanzlers als auch des Oppositionsführers Merz.

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