Landkreis Schmalkalden-Meiningen stellt Altkleidersammlung auf den Prüfstand
Hannah WeberLandkreis Schmalkalden-Meiningen stellt Altkleidersammlung auf den Prüfstand
Landkreis Schmalkalden-Meiningen reformiert Altkleidersammlung
Angesichts wachsender Herausforderungen auf dem Secondhand-Textilmarkt ändert der Landkreis Schmalkalden-Meiningen sein System zur Sammlung gebrauchter Kleidung. Die Behörden reduzieren die frei zugänglichen Altkleidercontainer und verlegen die Annahmestellen stattdessen an betreute Standorte, um die Effizienz zu steigern und Missbrauch einzudämmen.
Jährlich werden im Landkreis rund 300 Tonnen Alttextilien gesammelt. Die Einnahmen aus diesen Sammlungen halfen bisher, die Abfallgebühren stabil zu halten. Doch die Secondhand-Textilbranche in Deutschland und Europa kämpft mit Insolvenzen und einer sinkenden Qualität der Ware.
Neue Regeln für die Abgabe Künftig werden nur noch saubere, tragbare Textilien angenommen – darunter Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher, Decken, Vorhänge, Taschen, Rucksäcke, Gürtel, Mützen und Schals. Stark verschmutzte oder beschädigte Textilien, nasse oder schimmelige Stoffe, Teppiche, Matratzen, Hausmüll, Elektrogeräte, Kunststoffe und Papier sind hingegen nicht mehr erlaubt. Die Bürger werden zudem darauf hingewiesen, keine Säcke oder Abfälle neben den Containern abzulegen.
Erste Umstellungen bereits angelaufen In Meiningen, Zella-Mehlis und Teilen der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön hat die Umstellung bereits begonnen. Am Recyclinghof Kaltennordheim (In der Aue 20) wurde eine neue zentrale Annahmestelle eingerichtet. Diese ist dienstags bis samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet, zusätzlich mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr.
Ähnliche Maßnahmen in anderen Regionen Auch andere Kommunen passen ihre Systeme an: Eschweiler plant bis Anfang 2026 die Aufstellung von 48 neuen Kleidercontainern an Altglas-Sammelstellen, nachdem es mit dem alten System Probleme gab. Bad Soden-Salmünster hat seine Container auf den kommunalen Bauhof verlegt, um Schädlingsbefall und Hygienemängel zu bekämpfen. Stuttgart hingegen verzichtet 2025 auf Gebühren für Kleidercontainer, um die Sammler in der aktuellen Marktkrise zu entlasten.
Ziele der Reform Die Änderungen sollen die Textilentsorgung effizienter gestalten und branchenweiten Schwierigkeiten begegnen. Durch zentralisierte Sammelstellen soll die Verunreinigung der Ware verringert und die Sortierung verbessert werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass das neue System die Einnahmen sichert – trotz des schwächelnden Secondhand-Marktes.






