Leipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für grüne Fernwärme
Clara SchneiderLeipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für grüne Fernwärme
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig in Betrieb
Dirk Panter, Wirtschaftsminister Sachsens, hat offiziell 13.200 Solarkollektoren an das Leipziger Netz angeschlossen. Die Anlage markiert einen bedeutenden Schritt in der Region auf dem Weg zu nachhaltigen Wärmelösungen.
Der Bau des Solarthermie-Felds West dauerte eineinhalb Jahre. Die Anlage erstreckt sich über 14 Hektar und nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Herstellers Ritter in Kombination mit modernster Steuerungstechnik, um die Wärmeaufnahme zu maximieren. Bei voller Leistung liefert sie 41 Megawatt und deckt damit im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs. Das System versorgt nun Haushalte mit Warmwasser und Heizwärme.
Das Projekt erforderte Investitionen in Höhe von rund 40 Millionen Euro, wobei etwa 16 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln und anderen Finanzquellen stammten. Leipzigs umfassender Wärmewendeplan sieht weitere grüne Initiativen vor, darunter ein „Power-to-Heat“-System sowie die Einspeisung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna in das städtische Netz.
Im Gegensatz zu Photovoltaik wandelt Solarthermie Sonnenlicht direkt in Wärme statt in Strom um. Obwohl sie dreimal effizienter bei der Nutzung von Sonnenenergie ist, bleibt sie in Deutschland eine Nischentechnologie. Bundesweit sank die neu installierte Solarwärmeleistung von knapp 500 Megawatt im Jahr 2022 auf 263 Megawatt 2023 und weiter auf 154 Megawatt in diesem Jahr.
Die Leipziger Anlage ist nun in Betrieb und trägt zur städtischen Wärmeversorgung bei. Ihre Größe und Effizienz unterstreichen das Potenzial der Solarthermie – trotz ihrer bisher begrenzten Verbreitung im Land. Das Projekt zeigt Leipzigs Engagement, erneuerbare Wärmequellen durch große Infrastrukturinvestitionen auszubauen.






