Logistikbranche 2025: Warum immer mehr Speditionen vor dem Aus stehen
Clara SchneiderLogistikbranche 2025: Warum immer mehr Speditionen vor dem Aus stehen
Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht 2025 unter wachsendem finanziellen Druck
Zu Beginn des Jahres 2025 kämpft der deutsche Transport- und Logistiksektor mit zunehmenden finanziellen Belastungen. Die Zahl der Zahlungsausfälle liegt mittlerweile über dem Fünfjahresdurchschnitt – ein alarmierendes Signal für die tiefer liegenden Probleme der Branche. Viele Unternehmen kämpfen mit minimalen Gewinnmargen und steigenden Kosten.
Die wirtschaftliche Lage der Speditionen und Logistikdienstleister hat sich in den letzten Monaten weiter verschlechtert. Eine Kombination aus hohen Dieselpreisen, hohen Vorfinanzierungskosten und Gewinnspannen, die oft unter drei Prozent liegen, setzt die Betriebe unter Druck. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Speditionen: Sie müssen Treibstoff im Voraus bezahlen, warten jedoch durchschnittlich 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden.
Hinzu kommen ein Mangel an Fahrpersonal, ein harter Wettbewerb und die Notwendigkeit kostspieliger digitaler Modernisierungen. Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikunternehmen Insolvenz an – darunter 19 mit einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 5,6 Prozent im Vergleich zu 2024. Der Kreditversicherer Atradius warnt, dass mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen von der Pleite bedroht ist.
Auch die globalen Prognosen wurden nach unten korrigiert. Oxford Economics erwartet nun ein Wachstum des Transport- und Logistiksektors von nur noch 2,4 Prozent für 2025 – ein Prozentpunkt weniger als in früheren Schätzungen. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über sechs Monate hinziehen, könnte das Wachstum der Branche sogar vollständig zum Erliegen kommen.
Die Herausforderungen für die Branche zeigen keine Anzeichen einer Entspannung. Steigende Kosten und enge Gewinnmargen treiben immer mehr Unternehmen in die Insolvenz. Ohne grundlegende Veränderungen wird sich die finanzielle Belastung der Transport- und Logistikfirmen voraussichtlich das ganze Jahr über fortsetzen.






