28 April 2026, 10:12

Mainzer Haushaltsplan 2026 scheitert fast an scharfer ADD-Kritik und Schuldenbergen

Schwarze und weiße Illustration einer Stadtlandschaft mit Gebäuden, Menschen und Himmel in einem aufgeschlagenen Buch mit dem Titel "Die Geschichte Deutschlands."

Mainzer Haushaltsplan 2026 scheitert fast an scharfer ADD-Kritik und Schuldenbergen

Mainzer Haushaltsentwurf 2026 stößt auf scharfe Kritik der Aufsichtsbehörde ADD

Der von Mainz vorgelegte Haushaltsplan für 2026 ist von der Aufsichtsbehörde ADD massiv kritisiert worden. Zwar wurde der Etat unter strengen Auflagen genehmigt, doch musste er stark überarbeitet werden, um eine vollständige Ablehnung durch das Landesinnenministerium zu verhindern. Beamte bezeichneten die ursprüngliche Fassung als "haushaltspolitisch nicht tragfähig" und zwangen die Stadt zu drastischen Kürzungen bei den Ausgaben- und Kreditplanungen.

Die ADD stufte den ersten Entwurf als "kaum vertretbar" ein und begründete dies mit überhöhten Schuldenständen und unrealistischen Investitionszeitplänen. Die geplanten Investitionen wurden von ursprünglich 306 Millionen Euro auf nur noch 75 Millionen Euro zusammengestrichen, nachdem die Aufsichtsbehörde die ursprünglichen Zahlen als "inakzeptabel überzogen" bewertet hatte. Zudem lehnte die Behörde die Finanzprognosen der Stadt für die Jahre 2027 bis 2029 komplett als "nicht genehmigungsfähig" ab.

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Die Mainzer Stadtspitze räumte ein, dass der Haushalt in seiner ursprünglichen Form nicht vollumfänglich genehmigungsfähig gewesen sei. Gleichzeitig verteidigte sie ihr "umfassendes Konsolidierungs- und Effizienzpaket" und argumentierte, damit langfristige Stabilität zu sichern. Oberbürgermeister Michael Ebling und Finanzdezernentin Katrin Budde verglichen die Verhandlungen mit den "kraftraubenden Anstiegen der Tour de France" und betonten so die Härte des Prozesses.

Die Zustimmung der ADD erfolgte nur unter verschärften Bedingungen – vor allem, um eine Ablehnung vor den anstehenden Landtagswahlen zu vermeiden. Trotz der Kürzungen plant Mainz für 2026 weiterhin Kredite in Höhe von rund 395,4 Millionen Euro aufzunehmen; die Gesamtverschuldung könnte bis 2029 auf etwa 1,1 Milliarden Euro anwachsen. Unterdessen fordert das Bündnis "Für die Würde unserer Städte" weiterhin eine Netto-Entlastung von 32 Milliarden Euro für finanziell kämpfende Kommunen.

Der nun genehmigte Haushalt sieht deutlich niedrigere Investitionssummen und strengere Kreditobergrenzen vor. Mainz muss seine Finanzplanung nun anpassen – unter anhaltendem Druck sowohl seitens der Aufsichtsbehörden als auch von Interessenverbänden. Ob die Stadt ihre zentralen Vorhaben umsetzen kann, hängt von künftigen Verhandlungen und möglichen Anpassungen der Landesförderung ab.

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