Massenrücktritt im Sächsischen Landesfrauenrat nach Extremismusvorwürfen und Machtkämpfen
Hannah WeberMassenrücktritt im Sächsischen Landesfrauenrat nach Extremismusvorwürfen und Machtkämpfen
Die gesamte Führung des Sächsischen Landesfrauenrats ist nach wochenlanger Kontroverse zurückgetreten. Vorwürfe wegen Verbindungen zu linksextremistischen Kreisen sowie der Ausschluss eines CDU-nahen Mitglieds lösten den Massenrücktritt aus. Der Rat, der als Dachverband für Frauenorganisationen in der Region fungiert, stand zunehmend unter Druck wegen seiner Handhabung interner Konflikte und Entscheidungen über die Mittelvergabe.
Die Krise begann, als Vorwürfe laut wurden, der Rat habe mit linksextremistischen Gruppen kooperiert. Kritiker warfen ihm zudem vor, die Arbeit von Alexa von Künsberg, einer CDU-Vertreterin im Gremium, behindert zu haben. Von Künsberg behauptete, sie sei vom E-Mail-System des Rats ausgesperrt und der Zutritt zu den Büroräumen verweigert worden. Der Rat hatte daraufhin versucht, sie durch eine Abstimmung aus dem Gremium zu entfernen, doch die Führung trat zurück, bevor der Antrag behandelt werden konnte.
Zuvor hatte der Rat die Extremismusvorwürfe als „völlig haltlos“ zurückgewiesen und versichert, seine öffentlichen Kampagnen gegen Gewalt an Frauen fortzusetzen. Zudem hatte er dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales einen Antrag auf Entlassung von Künsbergs vorgelegt, das die Angelegenheit prüfen sollte. Das von der SPD-Politikerin Petra Köpping geführte Ministerium war in den Fall involviert worden, nachdem es an einer Besprechung mit dem Vorstand des Rats teilgenommen hatte, bei der Beamte angeblich ihre Unterstützung für die Gruppe zum Ausdruck brachten.
Weitere Kritik gab es an der Verwendung von 50.000 Euro, die ursprünglich für ein Netzwerkprojekt von Unternehmerinnen vorgesehen waren. Medienberichten zufolge wurden die Mittel stattdessen für eine Kampagne für Abtreibungsrechte in Polen umgewidmet. Die Rolle des Ministeriums in der Affäre bleibt Gegenstand der Prüfung, da weiterhin Fragen zur Aufsicht und Rechenschaftspflicht offen sind.
Die Rücktritte hinterlassen den Landesfrauenrat ohne Führung, während die Ermittlungen andauern. Das Ministerium muss nun Bedenken hinsichtlich der Mittelvergabe und der internen Governance des Rats ausräumen. Ein neuer Vorstand muss berufen werden, um die Stabilität der Organisation wiederherzustellen.






