Merz will Kohleausstieg verschieben – Grüne protestieren gegen Energiewende-Kehrtwende
Lina KrügerMerz will Kohleausstieg verschieben – Grüne protestieren gegen Energiewende-Kehrtwende
Bundeskanzler Friedrich Merz hat vorgeschlagen, den geplanten Kohleausstieg Deutschlands zu verschieben. Er argumentiert, dass bestehende Kraftwerke möglicherweise länger in Betrieb bleiben müssten. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Energiekrisen und des Drucks, den Bau von Gaskraftwerken zu beschleunigen. Der Vorschlag stößt bereits auf Kritik der Grünen, die Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke auffordern, sich gegen Änderungen zu stellen.
Deutschland hatte einen Zeitplan für das Ende der Kohlenutzung festgelegt, doch Merz behauptet nun, dass Energiemangel eine Überprüfung erzwingen könnte. 2023 deckte Kohle noch etwa 27–30 % des deutschen Strombedarfs, doch ihr Anteil sank 2024 auf 22,5 % und 2025 auf 22,1 %. Der Kanzler betont, dass ein längerer Betrieb der Kohlekraftwerke unvermeidbar sein könnte, falls die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Unterdessen vollzieht die Lausitz den Wandel von der Braunkohle: Der Energiekonzern LEAG baut dort seine Wind- und Solarprojekte aus. Die Bundesregierung hat LEAG im Rahmen des Kohleausstiegs bereits rund 1,75 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Doch Merz' Idee, die Kohlenutzung zu verlängern, löst Widerstand aus – vor allem bei den Grünen.
Die Grünen fordern Ministerpräsident Woidke auf, am Fahrplan für den Kohleausstieg festzuhalten. Sie argumentieren, dass eine Verzögerung der Wende die Planungssicherheit für Beschäftigte und Investitionen in erneuerbare Energien gefährden würde. Der Streit zeigt die Spannung zwischen Energiesicherheit und Klimazielen.
Merz' Plan, den Kohleausstieg zu verschieben, könnte die deutsche Energiestrategie neu prägen. Falls umgesetzt, würde er die Laufzeit von Kohlekraftwerken verlängern, während das Land gleichzeitig den Ausbau der Gasinfrastruktur vorantreibt. Die Entscheidung hängt von politischen Verhandlungen ab – und davon, ob die Regierung kurzfristige Versorgungssicherheit oder langfristige Klimaziele priorisiert.






