14 June 2026, 12:03

Nastassja Kinskis Kampf um Würde: Warum eine Film-Szene aus den 70ern heute polarisiert

Die Unheimlichkeit Hat Viele Seiten

Nastassja Kinskis Kampf um Würde: Warum eine Film-Szene aus den 70ern heute polarisiert

Eine aktuelle Debatte hat die Diskussion über den ethischen Umgang mit jungen Schauspielern in der Filmbranche neu entfacht. Die Vorführung von Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975 im Frankfurter Filmmuseum im März rückte das umstrittene Erbe des Werks wieder in den Fokus. Im Mittelpunkt stand dabei der langjährige Wunsch von Nastassja Kinski, eine halb nackte Szene aus dem Film zu entfernen.

Jahre lang hatte Nastassja Kinski darauf gedrängt, die betreffende Szene aus Falsche Bewegung zu streichen. Erst als Wim Wenders ihre Bitte öffentlich ablehnte, fand ihr Anliegen größere Beachtung. Viele zeigten Verständnis für ihren Wunsch, ihr jüngeres Ich zu schützen.

Die Debatte zog auch andere Schauspielerinnen in ihren Bann, die bereits als Kinder vor der Kamera standen. Jodie Foster, die mit zwölf Jahren in Taxi Driver mitspielte, sprach stets mit Humor über ihre Rolle. Brooke Shields hingegen hatte Schwierigkeiten, ihre Mitwirkung in Pretty Baby zu verteidigen, in dem sie eine elfjährige Kinderprostitutierte spielte. Natalie Portman, die im selben Alter in Léon – Der Profi zu sehen war, erhielt später beunruhigende Fanpost und erlebte sogar einen Radio-Countdown zu ihrem 18. Geburtstag.

Dakota Fanning und Kirsten Dunst teilten Portmans Haltung. Sie betonten die Notwendigkeit professioneller Standards und Respekt am Set. Die Meinungen darüber, ob Filme nachträglich inhaltlich bearbeitet werden sollten, bleiben jedoch gespalten. Manche halten dies für möglich, ohne das Werk zu beschädigen, andere plädieren für die Bewahrung der Originalfassung.

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Nach der öffentlichen Diskussion entschuldigte sich Wim Wenders bei Kinski und zog Falsche Bewegung aus dem Verleih zurück. Die Rücknahme des Films markiert ein bedeutendes Ergebnis der Debatte. Kinskis Kampagne hat die langfristigen Auswirkungen früher Rollen auf Schauspieler ins Bewusstsein gerückt. Gleichzeitig hat die Diskussion weitergehende Reflexionen über Branchenpraktiken und den Umgang mit kindlichen Darstellern angestoßen.

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