27 April 2026, 12:09

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in Klassenzimmer

Detailierte Karte von Anatolien und Armenien auf Papier mit begleitendem Text, die geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt.

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in Klassenzimmer

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an den Armeniern zum 111. Mal – ein Verbrechen, bei dem unter dem Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden. Trotz Forderungen nach Aufklärung über dieses Thema wird es in vielen deutschen Schulen nach wie vor nicht im Unterricht behandelt. Nun soll ein neuer Roman das Thema über die Literatur in die Klassenzimmer bringen.

2016 verabschiedete der Deutsche Bundestag eine Resolution, die Schulen aufforderte, den Völkermord an den Armeniern zu thematisieren. Doch oft wird das Thema im Unterricht ausgesetzt – wegen überfüllter Lehrpläne, Zeitmangels und fehlender geeigneter Materialien. Auch die eigene Rolle Deutschlands, das das Osmanische Reich politisch und militärisch unterstützte, bleibt ein kaum behandelter Teil der Geschichte.

Um diese Lücke zu schließen, veröffentlichte der Reclam Verlag im März Laura Cwiertnias Roman "Auf der Straße haben wir andere Namen". Das Buch, das nun für den Schulunterricht empfohlen wird, erzählt vom Leben türkischer Gastarbeiter in Deutschland der 1960er-Jahre und verbindet dies mit den Themen Völkermord, Überleben und Diskriminierung. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ein Nachwort bei, das Schülern hilft, die historischen und emotionalen Ebenen der Geschichte zu verstehen.

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Befürworter argumentieren, dass Literatur das Thema zugänglicher machen kann. Indem der Roman den Völkermord an den Armeniern mit größeren Fragen wie Migration und Identität verknüpft, bietet er einen Ansatz, um Schüler zu erreichen, die die Ereignisse sonst als ferne Geschichte wahrnehmen würden.

Die Aufnahme des Romans in schulische Lektürelisten schafft ein neues Werkzeug, um den Völkermord an den Armeniern zu vermitteln. Zwar bleiben Herausforderungen wie überladene Lehrpläne bestehen, doch hoffen Unterstützer, dass Literatur dazu beiträgt, dass das Thema nicht länger ignoriert wird. Die Resolution von 2016 und die anhaltenden Debatten unterstreichen die Notwendigkeit, diesen Abschnitt der Geschichte im Unterricht zu behandeln.

Quelle