26 March 2026, 10:05

Neues "Recht auf Reparatur": Fortschritt oder halbherziger Kompromiss?

Plakat mit dem Text "Beenden Sie den Job: Gesundheit sollte ein Recht und nicht ein Privileg sein" und einer Karte mit der Aufschrift "Machen Sie niedrigere Gesundheitskosten dauerhaft und schließen Sie die Versorgungslücke für amerikanische Familien."

Neues "Recht auf Reparatur": Fortschritt oder halbherziger Kompromiss?

Deutschland hat mit einem neuen "Recht auf Reparatur" einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Verbraucherrechte gemacht. Der Bundesrat billigte den Gesetzentwurf am 4. März 2026, mit dem Ziel, Reparaturen erschwinglicher und transparenter zu gestalten. Kritiker monieren jedoch, die Maßnahmen gingen nicht weit genug, um geplante Obsoleszenz zu bekämpfen oder einen fairen Zugang zu Ersatzteilen zu gewährleisten.

Der Entwurf orientiert sich an der Reparaturklausel der EU-Richtlinie 2024/2823 zum Designrecht. Diese vereinheitlicht Reparaturrechte in Europa und verpflichtet Hersteller, Verbraucher über Herkunft und Identität von Produkten – etwa über Verpackungen oder Begleitdokumente – zu informieren. Deutschlands bisheriger § 40a DesignG wurde angepasst, um Fälle auszuschließen, in denen Unternehmen diese Angaben nicht machen. Zudem wurde die Übergangsphase von 2045 auf 2032 verkürzt; das Gesetz soll bis zum 9. Dezember 2027 vollumfänglich in Kraft treten.

Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, kritisiert die Schwächen des Gesetzes scharf. Geplante Obsoleszenz – also die bewusste Verkürzung der Lebensdauer von Produkten – sei "berechneter Betrug" und müsse strafrechtlich verfolgt werden, so Ehling. Er fordert, dass Geräte von vornherein so konstruiert werden, dass sie sich leicht reparieren lassen – ohne teure Spezialteile oder unnötige Hürden.

Damit Reparaturen wirklich bezahlbar werden, betont Ehling die Notwendigkeit eines offenen Zugangs zu Ersatzteilen, Software und Reparaturanleitungen. Die aktuellen Regelungen begünstigten weiterhin die Hersteller auf Kosten der Verbraucher und ließen Schlupflöcher zu, über die Unternehmen die Reparaturkosten hochhalten könnten. Die Linke wirft der Gesetzgebung vor, es an schärferen Sanktionen gegen Praktiken zu fehlen, die Verbraucher zum Neukauf statt zur Reparatur drängen.

Der beschlossene Entwurf ist ein Fortschritt für die Reparaturrechte in Deutschland, doch die Diskussion über seine Wirksamkeit hält an. Hersteller müssen künftig Produktinformationen offenlegen oder riskieren den Verlust rechtlicher Schutzmechanismen. Ohne strengere Vorgaben zu Ersatzteilen und geplanter Obsoleszenz warnen Kritiker jedoch, dass Reparaturen für viele Verbraucher weiterhin unerschwinglich bleiben könnten.

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