Niedersachsen verbietet Waffen in Bussen und Zügen flächendeckend ab 2026
Clara SchneiderWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen verbietet Waffen in Bussen und Zügen flächendeckend ab 2026
Niedersachsen führt flächendeckendes Waffenverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln ein
Niedersachsen plant ein landesweites Verbot, Waffen in allen öffentlichen Verkehrsbereichen mitzuführen. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die Zunahme von Messerangriffen, obwohl die Kriminalität in der Region insgesamt rückläufig ist. Innenministerin Daniela Behrens kündigte die neuen Beschränkungen als Teil umfassender Bemühungen zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit an.
Die Zahl der Messerdelikte in Niedersachsen stieg 2025 auf 3.185 Fälle – ein Anstieg um 4,26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zwar handelte es sich bei den meisten Vorfällen um Bedrohungen ohne körperliche Gewalt, doch steht der Anstieg im Kontrast zum allgemeinen Rückgang der Kriminalität. Die Zahl der schweren Messerattacken mit Verletzungen sank sogar um 112 auf 766 Fälle, dennoch zeigen sich die Behörden besorgt.
Das kommende Verbot umfasst Busse, Züge, Fähren, Bahnhofsgebäude, Bahnsteige und Unterführungen. Noch bis Anfang 2024 waren Waffen- und Messerverbotszonen nach § 42 WaffG im Land selten. Seitdem wurden sie schrittweise ausgeweitet, doch die neuen Regeln gelten künftig einheitlich in allen öffentlichen Verkehrsmitteln.
Insgesamt ging die Zahl der registrierten Straftaten in Niedersachsen 2025 zum zweiten Mal in Folge zurück – auf 506.634 Fälle. Ein Hauptgrund war die Legalisierung von Cannabis, die zu 5.572 weniger registrierten Delikten führte. Ministerin Behrens warnte jedoch, dass die Nachfrage nach Cannabis das legale Angebot weiterhin übersteige und die sinkenden Zahlen daher trügerisch seien.
Behrens zeigte sich überzeugt, dass Niedersachsen nach vollständiger Umsetzung des Verkehrsverbots zu den sichersten Regionen Deutschlands zählen werde.
Ziel der neuen Regelungen ist es, messerbezogene Bedrohungen einzudämmen und die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu erhöhen. Trotz des allgemeinen Kriminalitätsrückgangs setzt das Land auf gezielte Maßnahmen, um anhaltende Risiken zu bekämpfen. Das Verbot tritt in Kraft, sobald die endgültige Ausarbeitung abgeschlossen ist, und markiert damit einen deutlichen Kurswechsel in der niedersächsischen Sicherheitspolitik.