Niedersachsen will bis 2025 komplett auf Ökostrom umstellen – doch Berlin bremst
Emma MayerNiedersachsen will bis 2025 komplett auf Ökostrom umstellen – doch Berlin bremst
Niedersachsen strebt bis 2025 die vollständige Deckung seines Strombedarfs durch Erneuerbare an
Am Mittwoch präsentierte Umweltminister Christian Meyer die Fortschritte des Landes auf dem Weg zu diesem ehrgeizigen Ziel – zugleich warnte er jedoch vor möglichen Bremsmanövern durch die Bundespolitik. Die Region hat bereits erhebliche Erfolge bei der Energiewende und der Reduzierung von Emissionen vorzuweisen.
Laut dem am selben Tag veröffentlichten Jahresbericht des Landesrechnungshofs sank der energiebedingte CO₂-Ausstoß im vergangenen Jahr deutlich. 2023 wurden 51,6 Millionen Tonnen ausgestoßen – ein Rückgang um 9,6 Prozent im Vergleich zu 2022 und sogar 32,9 Prozent weniger als 1990.
Auch beim Ausbau der Erneuerbaren legt Niedersachsen ein beachtliches Tempo vor: Rekordgenehmigungen für Windkraftanlagen und eine Photovoltaik-Leistung von rund 10,5 Gigawatt stärken mittlerweile das Stromnetz. Zudem könnte das SALCOS-Projekt der Salzgitter AG, sobald es voll läuft, jährlich etwa 7,6 Millionen Tonnen CO₂ einsparen.
Meyer kritisierte jedoch geplante Bundesmaßnahmen, die diese Dynamik ausbremsen könnten. Besonders problematisch seien mögliche Änderungen bei der Wärmeplanung, dem Gebäudeenergiegesetz sowie eine vorgesehene „Redispatch-Reserve“-Regelung. Diese könnten, so der Minister, Planungssicherheit gefährden und Investitionen in den Klimaschutz abschwächen.
Der Landesrechnungshof mahnt in seinem aktuellen Bericht ebenfalls mehr Tempo bei der Klimapolitik an. Die Emissionsdaten für 2023 flossen allerdings nicht in die veröffentlichte Analyse ein. Trotz der Warnungen vor bundespolitischen Risiken hält Niedersachsen an seinem Kurs fest: mehr Erneuerbare, weniger Emissionen.






