Organspenden in Deutschland steigen – doch der Mangel bleibt dramatisch
Hannah WeberOrganspenden in Deutschland steigen – doch der Mangel bleibt dramatisch
Organspenden in Deutschland steigen – doch der Bedarf bleibt bei Weitem gedeckt
In den ersten Monaten des Jahres 2026 sind die Organspenden in Deutschland angestiegen, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin deutlich. Allein in Berlin wurden zwischen Januar und Mai 73 Organe gespendet – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 39 Spenden registriert wurden. Trotz dieses Fortschritts warten bundesweit weiterhin Hunderte Patienten auf ein lebensrettendes Organ.
Laut landesweiten Zahlen gab es in diesem Jahr einen Anstieg der Spenden um 12 Prozent. Von Januar bis Mai 2026 wurden 1.405 Organe gespendet, gegenüber 1.253 im Jahr 2025. Davon entfielen 73 auf Berlin – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 39 Spenden des Vorjahres.
In der Hauptstadt warten derzeit über 400 Menschen auf eine Transplantation. Allein in der Stadt wurden in diesem Jahr bereits fast 140 Eingriffe durchgeführt. Doch mit rund 8.200 Patienten auf der nationalen Warteliste bleibt das Angebot kritisch knapp.
Eine Gruppe von Abgeordneten fordert nun eine Reform des Spenderechts. Ihr Vorschlag sieht vor, bis 2030 ein Widerspruchslösungssystem einzuführen. Demnach würde jeder volljährige, einwilligungsfähige Erwachsene automatisch als potenzieller Organspender gelten, sofern er nicht ausdrücklich widerspricht.
Ziel der geplanten Widerspruchsregelung ist es, den anhaltenden Mangel an Spenderorganen zu bekämpfen. Sollte die Reform umgesetzt werden, könnte sie die Zahl der verfügbaren Organe für schwerkranke Patienten erhöhen. Bis dahin aber bleibt die Lücke zwischen Bedarf und Angebot – und Tausende warten weiter auf eine lebensrettende Transplantation.






